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Lebenslauf der Gruppe

Lebenslauf unseres 'Leiters' Michael Brischke

Pressespiegel:

7.Programm (1999)        8.Programm (2000)

Festival "20 Jahre Kabarett in Wuppertal" (2001)

9. Programm (2001)      10. Programm (2002)

11. Programm (2003)    12.Programm (2004)

13.Programm (2005)     14.Programm (2006)

15. Programm (2007)    16.Programm (2008)

17.Programm (Gastspielprogramm) 2009

18.Programm (2009)     19.Programm (2009)

Festival "30 Jahre Kabarett in Wuppertal" (2011)

20.Programm (2011)

Bilder:

Festival "20 Jahre Kabarett in Wuppertal" (2001)

9. Programm (2001          10.Programm (2002)

10 Jahre "Kabarettungsdienst"

11. Pogramm (2003/2004)    12.Programm (2004)

13.Programm (2005)          14.Programm (2006)

15. Programm (2007)         16.Programm (2008)

17.Programm (Gastspielprogramm) 2009

18.Programm (2009)           19.Programm (2009)

Festival "30 Jahre Kabarett in Wuppertal" (2011)

20.Programm (2011)

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KABARETTUNGSDIENST  ein Lebenslauf

 

Der „KABARETTUNGSDIENST“, das Kabarett des Gymnasiums Siegesstraße, wurde 1993 auf Initiative von Michael Brischke gegründet, nachdem dieser vom Gymnasium Kothen gekommen war, wo er von 1981 bis 1993 das Kabarett die „KOTHENER PUTZKOLONNE“ gegründet und geleitet hatte.

Schnell fanden sich Mitte 1993 auch an der Siegesstrasse interessierte und engagierte Oberstufenschülerinnen und -schüler, die Kabarett selber machen wollten, d.h. Programme herausbringen, in denen jede Zeile von den Schülern selber stammt, möglichst auch jede Musiksequenz, von Requisiten, Programmheften, Plakaten etc. ganz zu schweigen.

 

Schon im April 1994 hatte ein erstes Programm Premiere unter dem Titel „VON RIESIGEN NEBENWIRKUNGEN“; „der Erfolg der Erstaufführung konnte sich sehen lassen“ schrieb die Westdeutsche Zeitung unter der Überschrift „Der Alltag mit Biss und Humor unter der Lupe“. Viermal in der Schule, zweimal im „Forum“ und im Haus der Jugend Barmen war das Programm zu sehen.

Im Juni 1995 bekamen die Kabarettungsdienstler für dieses Programm beim bundesweiten Georg - Tappert - Preis einen Sonderpreis.

 

Schon acht Monate später hatte das zweite Programm Premiere; „SATIRISCHE VERSE“, zu den bisherigen Aufführungsorten traten die „Börse“ und ein erstes Gastspiel in Haan hinzu, wozu die dortige Presse schrieb: „Die ambitionierten Amateure ließen das kabarettistische Karussell derart schwungvoll rotieren, dass unter den Besuchern immer wieder Szenenapplaus aufbrauste:“

 

Während der Erarbeitung des dritten Programms entstand, sozusagen „zwischendurch“ zum 8. Mai 1995 ein Programm mit historischen Nummern, die während des Faschismus’, zum Teil in Konzentrationslagern geheim geschrieben und aufgeführt wurden.

 

Sechs Monate später hieß das dritte Programm „WILLKOMMEN IM FREIZEITPARK DEUTSCHLAND“, ein Programm, von dem die WZ in der Überschrift schrieb: “Kabarett, wie es sein muss.“ Es hatte im November 1995 Uraufführung in Meinerzhagen, in Wuppertal kamen zu den bisherigen Aufführungsorten „Die Färberei“ hinzu, bei den Gastspielorten außer Haan auch Essen - Kettwig, die kabarettistische Heimat des Leiters Michael Brischke (Schülerkabarett „Die Kettwichte“), schließlich im Rahmen des 1. Wuppertaler Theatersommers Anfang Juli das Freizeitbad „Bergische Sonne“ in Wuppertal.

 

Ab dem Sommer 1996 wurde mit dem vierten Programm ein erster Höhepunkt der Kabarettarbeit der Gruppe angepeilt: Die Zusammenstellung eines Gastspielprogramms aus ‘Highlights’ und aktuellen Nummern für eine Tournee durch die neuen Bundesländer. Ende Oktober hatte dieses Programm “VOLL AUF TOURen“ in Wuppertal Premiere und dann ging es im November 96 auf Gastspielreise nach Schwerin, Dresden und Magdeburg - überall mit großem Erfolg und viel Begeisterung - auch für die an dortigen Kontaktschulen von der Gruppe durchgeführten Kabarett-Workshops. Gespielt wurde dieses Programm dann noch an der Uni Wuppertal, in Haan, beim Kabarettfestival an der Uni Göttingen, im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest und in Meinerzhagen, wo die dortige Zeitung unter der Überschrift „Rasant-spritzige Fahrt mit dem „Kabarettungsdienst“: “Was das Schülerkabarett bot, war schaurig schön, voller Esprit und nachdenkenswert gleichermaßen.“

 

Das  fünfte Programm „SPARPROGRAMM - SCHONGANG“ hatte schon knapp drei Monate später Premiere, am 19.April 97. Darüber schrieb die „Westdeutsche Zeitung“: Es ist schon beeindruckend, mit welchem Grad an Professionalität die Schülergruppe ihr Kabarett über die Bühne bringt. Die Texte, die die jungen Leute selbst schreiben, haben es in sich, und auch an schauspielerischem Talent mangelt es dem „Kabarettungsdienst“ nicht.“ Vier Mal in der Schule, im „Forum“, im Gymnasium Haan, in der „Börse“, der „Färberei“ und am Carl-Fuhlrott- Gymnasium war das Programm dann zu sehen, außerdem in Ausschnitten beim Sparkassenjubiläum, beim Abiball und an der Uni Wuppertal. Höhepunkt und Abschluss bildete ein Auftritt in der Alarmhalle der Hauptfeuerwache Wuppertal anlässlich des 2. Wuppertaler Theatersommers. In diesem Rahmen beteiligte sich die Gruppe auch am 1. Bergischen Kabarett- und Satirepreis und gewann den Preis in der Kategorie „Schülerkabarett“.

 

Das Schreiben des sechsten Programms begann im Herbst 1997 mit der Neuerung, auch während der Textphase zu besonderen Anlässen aufzutreten und dazu spezielle Programme zusammenzustellen: So am 1.10.97 auf der landesweiten „2.Wuppertaler Antistresstagung“ der Uni Wuppertal und der GEW, auf der Abschlussveranstaltung der „Wuppertaler Eine Welt Wochen“ am 2.11.97 im Schauspielhaus, auf Einladung von „amnesty international“ und der Begegnungsstätte „Alte Synagoge“ dort am 26.11.97 zur Ausstellung „Feindbilder - Flüchtlinge in Europa“, bei der 50-Jahr-Feier der GEW-NW am 4.3.98 in der Mercatorhalle Duisburg, bei der Projektvorstellung „Wenn Dichter stören“ (zum Jahrestag der Bücherverbrennungen) am 22.3.98 erneut in der “Alten Synagoge“ und schließlich am 15.5.98 ein Gastspiel bei der GEW Gütersloh.

Am 14.6.98 hatte das sechste Programm „FRISCH GESTRICHEN“ schließlich Uraufführung im Jugendzentrum Meinerzhagen, worüber die „Meinerzhagener Zeitung“ schrieb: „Ein Feuerwerk brillanter Ideen: Mutig, witzig und frisch waren die Textbeiträge, die die Zuschauer zu Lachsalven verführten.“ Und die Meinerzhagener Zeitung: „Was die Schülerinnen und Schüler mit einem gerüttelt Maß an Mut und Witz auf die kleine Bühne brachten, war Bissigkeit und Komik pur.“ Am 22.8.98 wurde dann die Premiere in der Schule gefeiert, hier schlossen sich noch zwei weitere Aufführungen an. Wie im Vorjahr war die Hauptfeuerwache wieder Spielort im „Theatersommer“, außerdem spielten wir noch in der „Färberei“, dem „Haus der Jugend“ und im neuen „Forum Maximum im Rex“; außerhalb Wuppertals in Witten (auf Einladung der GEW dort), der Gesamtschule Hattingen und im Schulzentrum Walder Straße in Haan.

Das nächste Projekt war eine Gastspielreise nach Baden-Württemberg im Juni 1999 mit Auftritten in Mössingen, Reutlingen und Hechingen sowie auf dem Kirchentag in Stuttgart vom 17. bis 19.Juni 1999. Dort fanden drei eigene Auftritte statt, eine Kabarett-Session gemeinsam mit 5 anderen Kabaretts sowie die Mitgestaltung einer Großveranstaltung auf dem Killesberg. Die Presse in Hechingen z.B. schrieb: „Begeistert war das Hechinger Publikum von den Darbietungen des „Kabarettungsdienstes“ allemal, davon zeugte nicht zuletzt die energisch geforderte (und gewährte) Zugabe. (...) – hervorragend, eine echte Alternative zum inzwischen einschläfernden TV-Scheibenwischer.“

 

Kurz nach dieser Gastspielreise, am 21.August 1999, hatte das siebte Programm“ mit dem Titel „50 JAHRE UND KEIN BISSCHEN LEISER“ Premiere, worüber die „Westdeutsche Zeitung“ schrieb: „Die Erstaufführung der Kabarettgruppe vom Gymnasium Siegesstraße war brillant.“ Und die „Wuppertaler Rundschau“: „Selbstsicher, trotz Premierenanspannung, zeigen die Alkteure ihre darstellerischen Fähigkeiten und können auch musikalisch überzeugen.“

Zu: Pressespiegel dieses Programms

Weitere 3 Aufführungen folgten an der Schule, die Aufführung des Theatersommers in der Hauptfeuerwache wurde zum festen Termin wie auch bei der „Färberei“. Die Schulen in Haan wollten diesmal eine gemeinsame Aufführung, die Gesamtschule in Hattingen wieder ihre eigene und allen war gemeinsam, dass sie besonders gut besucht waren. Auf Einladung von Rainer Wolf (einem Ehemaligen von Michaels „Kothener Putzkolonne“ und seit Jahren freier Kabarettist in Wuppertal) spielten wir zum ersten Mal bei der „Einstweiligen Vergnügung“.

Vom 31.3.-2.4.2000 traten wir mit einem extra zusammengestellten Programm bei Kabarett – Festival in Babenhausen (Hessen) auf, zusammen mit 5 weiteren Gruppen. Die „Babenhäuser Zeitung“ schrieb: „Die zwölf Schülerinnen und Schüler beeindruckten durch Idenreichtum und handwerkliches Können. Von allen Gruppen des Festivals waren sie dem klassischen Kabarett am stärksten verpflichtet.“ Ein weiterer Auftritt in der Textphase des 8. Programms war dann am 6.5. anlässlich der Eröffnung der 7. Wuppertaler „Eine Welt Wochen“ auf einem Ökobauernhof.

 

Das achte Programm „RÜCKGRATLOSE AUFKLÄRUNG“ hatte am 26. August 2000 Premiere. Darüber schrieb die „Westdeutsche Zeitung“ unter der Überschrift „Temporeich und witzig“: „14 Nummern zu Themen der Zeit von bemerkenswerter Aktualität standen auf dem Programm, ausschließlich von den Schülern geschrieben. (...) Der „Kabarettungsdienst“ widerlegte nachhaltig das verbreitete Vorurteil, die Jugend lebe und denke nur vordergründig.“ Und die „Wuppertaler Rundschau“: „Ein temporeicher Abend, der so manche Nummer bot, die knochenhart mit dem Alltagswahnsinn konfrontierte.“

Zu: Pressespiegel des 8. Programms

Weitere  Aufführungen folgten an der Schule, wie üblich an der Hauptfeuerwache, im „Haus der Jugend Barmen“, in der „Färberei“ und für die Schulen in Haan diesmal wieder im Schulzentrum Walder Straße. Neu hinzu kam das Cafe „ADA“ in Wuppertal  und das Kolpinghaus in Schwelm (auf Einladung des katholischen Jugendamtes). Hinzu kamen Kurzauftritte auf besondere Einladung bei einer Veranstaltungseröffnung „Menschenskind was für eine Zukunft“ und einer gemeinsamen Kulturveranstaltung Wuppertaler Künstler „Gegen Rechtsradikalismus und Gewalt“.

Höhepunkt dieses Programms aber waren sicherlich die Auftritte auf der EXPO in Hannover vom 7.-10.9.2000  in der Jugendstadt JAM-CITY und im BIG TIPI auf dem Expogelände selbst (auf Einladung der „Bundesvereinigung kultureller Jugendbildung“). Wegen des großen Erfolgs folgte eine weitere Einladung für den 22.10. durch den „Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.

Auch während der Textphase des neunten Programms gab es einzelne Auftritte: So am 26.1.2001 auf der Gedenkveranstaltung der Stadt Wuppertal an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 3.2. gestalteten wir den Abschlussabend der „Konferenz der Kinder- und Jugendarbeit der Ev. Kirche Hessen/Nassau“ in Höchst (Odenwald).

Am 19.5.2001 organisierten wir das Festival „20 Jahre Kabarett in Wuppertal“ unter dem Titel „WIR STOSSEN AN“. Anlass war die Gründung der „Kothener Putzkolonne 1981 durch Michael Brischke, als erstes Kabarett in Wuppertal. Es feierten12 Gruppen bzw. Solisten mit und waren auf der Bühne zu sehen: Ehemalige Kabaretts: KOTHENER PUTZKOLONNE (1981-93), GEGENWIND (1982-1998), DIE KÜCHENSCHABEN (1985-1986), DIE DRECKSCHLEUDER (1993-1996) und Ehemalige des KABARETTUNGSDIENSTES sowie: Aktuelle Kabaretts: KABARETTUNGSDIENST (seit 1993), DIE UNERBITTLICHEN (seit 1986), DIE LEMMA (seit 1998), DAS AKW (seit 1999), MILDERNDE UMSTÄNDE (seit 1996), FRIEDA alias Sigrid Celik (seit 1990) sowie ANDRE ENTHÖFER (seit 1997) und RAINER WOLF (seit 1992).

Zu: Pressespiegel des Festivals "20 Jahre Kabarett in Wuppertal"

Zu: Bilder des Festivals "20 Jahre Kabarett in Wuppertal"

Vom 13.-17. Juni 2001 spielten wir auf dem Kirchentag in Frankfurt mit 3 Aufführungen.

 

Das neunte Programm unter dem Titel: LEI D KULTUR  oder  mit 7 neuen Gruppenmitgliedern hatte am 22.9.2001 Premiere. Dazu schrieb die „Westfälische Rundschau“: Der "Kabarettungsdienstes" zeigte mit seinem Programm eine intelligente und äußerst amüsante Form des Schülerkabaretts, was das Publikum mit großem Beifall würdigte.“ Und „Colobri“, Wuppertal:Inhaltlich geht dafür um so mehr die Post ab. Jenseits der voll-krass-Comedy und Blödelparaden stürzt sich der Rettungsdienst auf gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen, mal nachdenklich, dann wieder einfach nur schreiend komisch.“ 

Zu: Pressespiegel des 9. Programms

Neben zwei weiteren Aufführungen an der Schule folgten Gastspiele an den gewohnten Orten: Feuerwache, Haus der Jugend/Barmen, Färberei, am Gymnasium Haan und wieder an der Gesamtschule Hattingen. Neu hinzu kam die „Alte Feuerwache“ (dort auch im Rahmen der „Einstweiligen Vergnügung“ mir Rainer Wolf) und eine "Jahresendveranstaltung“ für die GEW Wuppertal. Am Gedenktag der Stadt Wuppertal an die Befreiung von Auschwitz spielten wir ein historisches Programm mit Kabarettnummern aus der Zeit des Nationalsozialismus, geheim – z.T. in KZs - geschrieben und aufgeführt.

Am 21.9.02 hatte das zehnte Programm Premiere worüber die Westdeutsche Zeitung schrieb: „Irony is over?“ Am Gymnasium Siegesstraße nicht. Der Kabarettungsdienst liefert auch in seinem zehnten Jahr munter Zynisches aus Schülermund ... Und Solidarität war, ebenso wie die Neu Deutsche Welle“ ein Programmpunkt, genauer die Neue Deutsche Solidaritätswelle, die den Westspanner in die Flutgebiete lockte und das Volk Sandsäcke für den Klimaschutz schleppen ließ. Wie anstrengend Letzteres ist, wurde deutlich, als der Kabarettungsdienst einen Sandsack durch die Zuschauerreihen reichte.“

Zu: Pressespiegel des 10. Programms

Am 28.11.02 berichtete auch die WZ unter dem „Wochenthema – Theater im Tal“: "(...) Die Texte der Schüler haben es in sich: Der Kabarettungsdienst, das Kabarett des Gymnasiums Siegesstraße, ist längst ein Garant für gute, witzige Unterhaltung. Seit der Gründung 1993 durch Lehrer Michael Brischke brachte es der Kabarettungsdienst auf mehr als 130 Aufführungen mit rund 70 Beteiligten in neun Jahren. (...) Das Geheimnis des Erfolgs? Neue Teilnehmer - mitmachen können Schüler ab der 10. bis zur 13. Klasse - werden von Brischke und den restlichen jungen Kabarettisten ausführlich in die Kunst der Satire eingeführt. Geprobt wird jeweils von Januar bis zur ersten  Premiere im September. „Jeder Schüler schreibt seine Texte selbst", sagt Michael Brischke. Einen vorgegebenen Text einfach nur auf die Bühne umzusetzen, das gibt es beim Kabarettungsdienst nicht - schließlich geht es um die „Einheit von Schreiben und Spielen", erklärt Michael Brischke. (...)"

Neben zwei weiteren Aufführungen an der Schule folgten Gastspiele an den gewohnten Orten: Feuerwache, Haus der Jugend/Barmen, Färberei und der Gesamtschule Hattingen. Neu hinzu kamen diesmal das Luisencafe, der „Pavillon“ und das Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann. Neben der „Jahresendveranstaltung“ für die GEW Wuppertal gab es eine solche auch für die GEW Solingen. Zum Schluss machten wir ein Schul-Special für alle 9. bis 11. Klassen, denn wir merkten, dass der Prophet im eigenen Land ...  

Am 19.7.2003 feierten wir dann in einem großen Jubiläumsfest im Haus der Jugend, Barmen „10 Jahre Kabarettungsdienst“. Es gab ein großes Wiedersehen mit vielen Ehemaligen und ein abendfüllendes Programm mit je einer Nummer aller bisherigen 10 Programme in Originalbesetzung, sowie einen Ausblick auf das 11.Programm. Bis spät in die Nacht feierten die Kabarettungsdienstler, denn für das leibliche Wohl war auch gut gesorgt. Die WZ schrieb zu dem Abend: 

"Mit einem Glas Wein saß Michael Brischke in einem gemütlichen Sessel. Noch einige andere Requisiten ließen die Zuschauer die Atmosphäre nachempfinden, die immer beim kreativen Prozess für die Entwicklung der Programme  vom „Kabarettungsdienst" herrscht.

Die Kabarettgruppe des Gymnasiums Siegesstraße feierte im Live Club Barmen ihren nunmehr 10. Geburtstag mit der Aufführung von Ausschnitten aus all ihren Programmen. Eine Ausstellung der Requisiten, von Auszügen aus Programmheften, originalen Texten und Noten, Presseartikeln und Fotos konnten die Gäste nach der ersten Halbzeit anschauen, und auch für Essen und Trinken war bei diesem Jubiläumsfest gesorgt.

Der Einstieg ins Bühnengeschehen kam zunächst aus dem Publikum. „Tatü, tata, der Kabarettungsdienst ist wieder da ...", sangen Ehemaligen, Jetzige und auch einfach nur Mitschüler die Erkennungsmelodie. Brischke als Gründer und Leiter des Kabarettungsdienstes unterhielt in seiner Moderation die Gäste der Vorstellung mit kleineren Anekdoten, plauderte aus dem Nähkästchen und nicht nur „Von Risiken und Nebenwirkungen" - so lautete übrigens der Titel des ersten Programmes der Kabarettungsdienstler.

Bitterböse, polemisch, überzogen eben nach guter Kabarettmanier wurden das Asylantenthema, der Hunger in der Welt, Genmanipulation, natürlich das Thema Schule und vieles andere präsentierte."

Zu: Bildern "10 Jahre Kabarettungsdienst"

Am 27.9.2003 hatte das elfte Programm Premiere unter dem Titel: „Wir treten zurück“. Hierzu schrieb die „Westdeutsche Zeitung“: „Wo Jean Pütz mit Tacker und Geflügelschere an Herzklappen operiert, das neue Pfandsystem den Weltfrieden herbeigeführt und eine Familie eine „Wir- Eintopf-AG" gründet, kann der „Kabarettungsdienst" nicht weit sein. (...). Mit relativ einfachen Kostümen und Requisiten erzielten die Jugendlichen mit viel Talent und gutem Zusammenspiel eine große Wirkung.“ Und „colibbri“-Wuppertal: „Deutschland tritt zurück - oder auch mal ein Schritt vor? Die Beobachtungen der aktuellen (Welt-) Politik haben den Wuppertaler Kabarettungsdienst zu einem bissigen neuen Programm inspiriert, das folglich unter dem Titel „Wir treten zurück !" an den Start ging. (...) Und es lohnt sich, denn hier werden nicht nur Missstände angeprangert und Unfähige auf die Schulter genommen, sondern auch konkrete Lösungsmöglichkeiten geboten.“ Es folgten Aufführungen an den gewohnten Orten (Feuerwache, Haus der Jugend Barmen, Luisencafe, Färberei, Gesamtschule Hattingen, Gymnasium Haan und Konrad-Heresbach-Gymnasium Mettmann), hinzu kam ein Auftritt für die GEW-Düsseldorf im Bürgerhaus Reisholz und für das „Bergfest“ der Referendare des Studienseminars Wuppertal I im LCB.

Während der Entstehung des 12. Programms gab es weitere Auftritte: Erste Gastspiele bei der GEW in Oberhausen (4.6.04) und Moers (18.6.04), bei der Abiturentlassung unserer Schule (da auch Kabarettisten betroffen waren), bei der Verabschiedung des Leiters der Wuppertaler Feuerwehr Herr Blätte und v.a. beim 1. Wuppertaler Geschichtsfest (75 Jahre Wuppertal) am 10.7.04: Wir spielten im Engelsgarten ein historisches Programm von 1929 bis heute.

Höhepunkt war ohne Zweifel die Gastspielreise nach Baden-Württemberg vom 12.-17.7.04 mit 5 Aufführungen für 7 Schulen (in Tübingen, Mössingen, Reutlingen und Hechingen) sowie 4 Workshops „Kabarett selber machen – wie geht das?“ (in o.g. Städten und Dusslingen). Dazu das „Schwäbische Tagblatt Tübingen: „Gute Unterhaltung mit viel Biss und manchem Tiefgang ... Satire vom Feinsten ...Das souveräne Auftreten der Akteure und die ideenreiche Show überzeugten.“ Und der „Schwarzwälder Bote, Hechingen: „Die Lachmuskeln der Zuschauer wurden heftig strapaziert.“

Am 20.11.2004 hatte das 12. Programm „Agenda – Zwang ist schön“ Premiere. Dazu die WZ: Begeistert gefeiert wurde die Premiere des neuen Kabarettungsdienst-Programms ... Mit scharfzüngigen Texten nimmt das talentierte Ensemble gesellschaftspolitische Themen aufs Korn ... die Pointen des Kabarettungsdienstes sitzen. Sie haben Niveau und treffen mit einem zum Teil brillanten Wortwitz immer den Kern der Sache. Das junge Ensemble agiert dabei während des gesamten gut zweistündigen Programms stets souverän, beeindruckend textsicher und mit großem schauspielerischen Engagement und Geschick.“ Die 2.Aufführung fand zum 1. Mal in der Dependance unserer Schule in Ronsdorf statt, vor vollem Haus. Dazu das „Ronsdorfer Sonntagsblatt: „...eine Mischung aus Denkanstößen, die einmal Kopfschütteln, dann wieder laute Lacher auslöst... die Akteure erhielten viel Raum für das Ausspielen ihrer ganz persönlichen Stärken ... präsentierte sich der „Kabarettungsdienst" als ein gut eingespieltes, ausgewogenes Team, das auch über Texthänger und das kurzfristige Fehlen eines Mitstreiters locker hinweg kam.“ Zu den bekannten Orten (Färberei, LCB, Feuerwache) trat dieses Mal die Michaelskirche (Mitarbeiterfest). Die WZ schrieb gar eine zweite Kritik zum Programm: „Es sind schon alte Hasen, die Macher des „Kabarettungsdienstes" ... präsentieren die „Retter" ein Programm, das sich spitzfindig, witzig und immer genau den Punkt treffend seinen vielen Fans präsentiert. „Agenda Zwang ist schön" heißt es diesmal - und wer die Truppe kennt, kann sich lebhaft vorstellen, wie die „Kabaretter" große Politik, große Reformen und kleine Geister durch den Kakao ziehen... Mit scharfzüngigen Texten, die von den Schülern allesamt selbst verfasst wurden ... Das Ensemble überzeugt, zeigt sich selbstsicher und verfügt über beeindruckendes schauspielerisches Können.“ Außerhalb Wuppertals kam zu Haan und Hattingen (WAZ Hattingen: „Mit ihrem hochpolitischen Programm begeisterten die Schüler am Dienstagabend in der Gesamtschule Welper.“) zum ersten Mal das Humboldt-Gymnasium in Solingen dazu – auch hier ein volles Haus.

Am 17.9.2005, dem Tag vor der Bundestagswahl, hatte das 13. Programm „Nur nicht schwarz sehen!“ Premiere., wozu die WZ schrieb: „Obwohl manchmal sichtbar vom Lampenfieber geschüttelt, gelingt es den fünf jungen Frauen und ihren vier männlichen Kollegen mit dem knapp zweistündigen Programm, für Aufmerksamkeit zu sorgen. Eltern, Geschwister und Freunde fanden an dem bunten Gemisch aus immerwährenden Themen wie Genmanipulation und Klischeedenken und einer phantastischen Erzählgeschichte über Ein-Euro-Jobs an der Schule, die größtenteils pantomimisch umgesetzt wurde, Gefallen und erklatschten sich dementsprechend zwei Zugaben.“ Zuerst die üblichen Aufführungsorte Zweigstelle Ronsdorf, LCB, Feuerwache, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen und Gesamtschule Hattingen – hierzu die Presse: „Kabarett der Spitzenklasse erlebten die tobenden und applaudierenden Besucher im Veranstaltungsraum des Humboldt-Gymnasiums“ „Scharfzüngigkeiten, die weit über das Maß eines »normalen« Schülerkabaretts hinausgehen“ „Durchgängig spitzfindig und kritisch aus, dabei aber auch so, dass kein Auge trocken blieb“ „Kein Wunder, die Auftritte des Teams sind mittlerweile Kult und im 13. Jahr nach der Gründung längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.“ (Wochenpost Solingen, 6.12.2005) „Politisch, hochaktuell, gesellschaftskritisch und nicht zuletzt witzig.“ „Ein Unterhaltungsprogramm, das weit über das Niveau von üblichem Schülertheater hinausragte“ „Mit ihren selbst geschriebenen Liedern und Texten blickten die Schüler in die Zukunft von Schule, Deutschland und des „globalen Dorfes".“ (Westfälische Rundschau, Hattingen, 10.11.2005)

Dazu kamen viele neue: Im CINEMAXX Solingen mit der Initiative „Kleinkunst im Kino“ gestalteten wir einen Abend alleine und einen mit anderen Gruppen. Im Landgericht Wuppertal gestalteten wir die Feier „50 Jahre Verein für Bewährungshilfe“.  Für die GEW-Remscheid spielten wir erstmalig im „Westdeutschen-Tournee-Theater“. Für VERDI Wuppertal spielten wir auf ihrer Jubiläumsfeier. An neuen Schulen kamen hinzu: Das Gymnasium Vogelsang Solingen, das Gymnasium Bayreuther Straße Wuppertal, das Gymnasium Wülfrath (an allen dreien machten wir vorher Workshops zum Thema „Kabarett selber machen – wie geht das?“) und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Hilden. In der Färberei produzierte die WDR-Lokalzeit einen Fernsehbeitrag über unsere Arbeit. Wegen dieser großen Nachfrage spielten wir dieses Programm bis zum 11.2.2006 (Derniere), wozu wir die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule gesondert (inklusive Essen) einluden. Eine „Abschiedsvorstellung“ am 25.3.06 für langjährige Beteiligte (wie Regieassistent Markus Pörner nach 11 Jahren) unter dem Motto „Kabarett und Schlemmen“ schloss das Programm endgültig ab – ein schöner erster Versuch, das Publikum gleichzeitig mit Kabarett und einem guten Buffet zu verwöhnen.

 

Am 15.9.2006 hatte das 14.Programm Premiere unter dem Titel „Vorsicht: Bundesadler infiziert!“ Hierzu schrieb die WZ unter der Überschrift Der „Kabarettungsdienst“ überzeugte mit seinem neuen Programm“: „Durchaus gesellschaftskritisch ging es zu, bei der Premiere des neuen Programms des „Kabarettungsdienst", das am Samstagabend im Ganztagsgymnasium Johannes Rau - ehemalig Gymnasiums Siegesstraße - präsentiert wurde. Das 14. Programm war ein besonderes in der langen Geschichte der Kabarettgruppe: Das Ensemble bestand fast ausschließlich aus Debütanten, nur zwei der neun Schüler waren auch an vorangegangenen Stücken beteiligt. Und so konnte der „Kabarettungsdienst" den rund 100 Premierenbesuchern ein komplettes Programm bieten, das begeisterte. Minutenlanger Applaus bei der Lohn für die Arbeit.“  Und merkte in einem Kasten an:


KABARETT

(mst) Bereits seit 25 Jahren gibt es Schülerkabarett in Wuppertal.1981 führte Michael Brischke - auch heute noch für Regie und Musik zuständig - zum ersten Mal mit Schülern ein Programm auf.

► Bis 1993 war die Gruppe noch unter dem Namen „Kothener Putzkolonne" bekannt, seitdem spielte der „Kabarettungsdienstes" weitere 14 Programme.


Bewährte Spielorte: Schule, Zweigstelle Ronsdorf, Feuerwache, Haus der Jugend Barmen, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen, Sportpark Elberfeld (dort das zweite Mal für „Verdi“ Wuppertal) und Mensa Gesamtschule Else (dort wieder Mal für die GEW-Wuppertal). Zur Derniere reichten wir unserm Publikum wieder ein leckeres Buffet, was dieses Mal zu schon vorher ausverkauftem Haus führte.

Beim Schreiben des 15. Programms traten wir am 25.5.2007 im Rahmen der Ratinger „Zelt-Zeit“ am Grünen See beim einem Treffen von fünf Schülerkabaretts unter dem Titel „Schulscharfes Kabarett“ auf das von Wilfried Schmickler moderiert wurde. Eine gute Gelegenheit für die 4 Neuen, schon mal Bühnenluft zu schnuppern. Dazu die dortige WZ am 29.5.07: „Den Auftakt machte der „Kabarettungsdienst“ aus Wuppertal. Die Truppe sah den wirtschaftlichen Aufschwung nicht nur auf Deutschland zukommen – er trat sogar höchst selbst auf und trällerte ein äußerst spitzes Lied gegen das momentane Credo „Nicht kaufen – konsumieren, nicht brauchen – verbrauchen!“ Auch sonst gaben die Wuppertaler sich musikalisch und spielten – ganz im Stile Brechts – die „Ballade von der Durchlässigkeit“ als Beitrag zur Bildungsdebatte.“ Einen weiteren Auftritt hatten wir am 16.6.2007bei einer gemeinsamen Benefizveranstaltung der 3 Wuppertaler „Schulen ohne Rassismus“ für „Eine Schule für Bissau“. Dazu die WZ am 18.6.07: „Neben südafrikanischem Gospel, deutschen Schlagern und Hip Hop gab es weitere deutliche Worte vom Kabarettungsdienst: „Schublade auf – und rein!“ Der Titel des Kabaretts des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau brachte auf den Punkt, was das Engagement und die musikalisch−bunte Veranstaltung bringen sollte: Vorurteile und einseitiges Schubladendenken sind der Ursprung von Rassismus. Über den Dialog, Offenheit und Neugierde können die Menschen mehr Verständnis füreinander aufbringen.“

Am 8.9.2007 hatte das 15.Programm „Prima Klima!“ Premiere, für Michael „sicher eines der schönsten“ seiner bisher 28 mit Schülern.

Dazu die WZ am 11.9.07: „Vor weit mehr als hundert Zuschauern präsentierten die elf Schüler des Johannes-Rau-Gymnasiums ein bissiges und überzeugendes vorgetragenes Programm zu aktuellen Themen. Seien es die Killerspieldebatte, berufstätige Mütter oder deutsche Tornadoeinsätze in Afghanistan – das Schülerkabarett ließ sich nicht stoppen. Nach einer musikalischen Vorstellung der folgenden Themen startete der Kabarettungsdienst mit der Premiere seines 15. Programms „Prima Klima“ in der Aula der Ganstagsgymnasiums Johannes Rau augenblicklich voll durch. (...) Nicht nur das Publikum, das lauthals nach einer Zugabe rief, war am Ende des Abends zufrieden, auch die Schauspieler freuen sich. Michael Kemna: „Es ist zwar ein sehr zeitaufwändiges Hobby, aber es macht doppelt Spaß, von der Entwicklung bis zum fertigen Produkt dabei zu sein.“ Der Kabarettungsdienst ist inzwischen eine feste Institution in Wuppertal. Lehrer Michael Brischke unterrichtet an dem Gymnasium und leitet dort schon seit 1993 die Kabarett-Truppe. Alle Texte werden unter seiner Regie von den Schülern selbstständig verfasst und einstudiert.
Bewährte Spielorte: Schule, Zweigstelle Ronsdorf, Feuerwache, Haus der Jugend Barmen, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen. Dazu kamen neu hinzu: Das Berufskolleg „Werther Brücke“, das „Rotationstheater Remscheid“ (auf Einladung der GEW-Remscheid) und zwei Aufführungen im TIC (Theater in Cronenberg), wo wir auf Grund seiner Insolvenz ohne Gage auftraten.  
 
Am 6.9.2008 hatte das 16.Programm „Kopfnoten unbefriedigend!“ Premiere, zu der die WZ am 8.9.08 schrieb:

„Der Kabarettungsdienst nimmt in seinem 16. Programm „Kopfnoten unbefriedigend!“ die politische Landschaft Deutschlands auf die Schippe. Das junge Ensemble präsentiert dem Publikum zum 15-jährigen Bestehen durchdachte Kritik, verpackt in teilweise bissige Texten. Das Programm setzt sich aus einer Vielzahl kurzer und knackiger Nummern zusammen, in deren Mittelpunkt die Bildungspolitik steht. Überhaupt ist bei den meisten Programmpunkten, wie es sich für gutes Kabarett gehört, ein wenig politische Bildung förderlich. Überfordert werden die Zuschauer aber an keiner Stelle. (…) Das gesamte Ensemble liefert eine hingebungsvolle Darbietung. (…) Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Texte mit Unterstützung des Kabarettleiters Michael Brischke allesamt selbst verfasst und geben sich große Mühe, ihr Programm liebevoll zu präsentieren.“

Zum 2.Mal spielten wir im TiC (diesmal im „Atelier) und in der Börse, nehmen den Traditionsorten (LCB, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen und Gesamtschule Hattingen) auch bei der Eröffnung des „Jugendkulturfestivals“ zusammen mit der „Notbremse“ (St. Anna) und den „Unerbittlichen“ (CDG).
Höhepunkt des Programms war der Gewinn des „ersten Wuppertaler Schulpreises“, ausgeschrieben von der WZ und der Bayer-AG, dotiert mit 2000€ und verliehen am 3.2.2009. Die WZ schrieb dazu unter der Überschrift Die politischen Retter aus der Siegesstraße: Kabarett der Extraklasse vom Johannes-Rau-Gymnasium - 1. Preis weiterführende Schulen: Professionell und in Wuppertal unübertroffen: Der Kabarettungsdienst überzeugt eine ganze Stadt. Eine der herausragenden Eigenschaften dieser Formation ist, dass nicht bloß Requisite, Regie und die Gestaltung von Programmheft und Plakat für die jeweiligen Inszenierungen von den Schülern erledigt werden. „Jede Zeile des politisch-literarischen Kabaretts ist von uns selbst verfasst“, erklärt Nüket Yalcin (19). „Arbeitsweise und Arbeitsatmosphäre sind ganz anders, als man sie von der Schule kennt“, fügt Mitstreiter Robin Smets (18) hinzu. (…)Für das Publikum in und um Wuppertal – im bevorstehenden Sommer absolviert der Kabarettungsdienst eine Tournee nach Baden-Württemberg – ist die Formation schlicht gute Unterhaltung. Dass mit spitzer Feder beziehungsweise spitzer Zunge die politischen Dramen und gesellschaftlichen Ereignisse des Landes satirisch auf den Punkt gebracht werden, gefällt jedes Mal aufs Neue.“

Während das 18.Programm geschrieben wurde, stellen wir im Frühjahr 2009 als 17.Programm ein „best of“ Programm unter dem Titel „Prima Klima!“, aktualisiert und mit zum Teil neuen Nummern für eine Gastspielreise nach Baden-Württemberg vom 21.-28.6.09 zusammen. In Wuppertal wurde es nur an der eigenen Schule und im Rahmen der Schultheaterwoche im Rex-Theater gezeigt. Hierzu schrieb die WZ am 8.6.09 unter der Überschrift „Sehr bissig und böse – aber auch richtig gut“:  Mit einer abwechslungsreichen Auswahl aus den Programmen der vergangenen sechs Jahre präsentierte die Satiregruppe ein sehr ansprechendes Kabarett zu Themen, die immer noch oder wieder aktuell sind.die Zuschauer konnten einfach nur staunen über die charismatische und sympathische Gruppe, deren Professionalität überzeugte.„Man kann nie Kabarett machen ohne sich selbst mit einzubeziehen“ sagt Leiter Michael Brischke, der manche Nummern am Klavier unterstützte. Er gründete 1981 die erste Schülerkabarettgruppe „Die Kothener Putzkolonne“, seitdem ist es seine Berufung „die Liebe zu dem Genre bei den Schülern zu wecken“. Mit Erfolg, wie man sah und hörte.“ Ziele dort waren das Quenstedt-Gymnasium in Mössingen, das Isolde-Kurz-Gymnasium in Reutlingen, das Hölderlin-Gymnasium in Lauffen sowie die drei Tübinger Gymnasien. Aufführungen gab es außerdem in zwei Abendveranstaltungen für die GEW-Stadtverbände Reutlingen und Tübingen. Die Aufführungen waren ein großer Erfolg, wenn auch sehr unterschiedlich besucht, von 23 Lehrern bei der GEW-Tübingen bis zur überfüllten Aula Uhlandstraße in Tübingen. Das „Schwäbische Tagblatt“ vom 24.6.09 z.B. schrieb: „„Prima Klima!“ nennt dieser „Kabarettungsdienst“ sein Programm. Die elf Schüler im Alter zwischen 15 und 21 Jahren sind mit ihrem Lehrer Michael Brischke angereist, der 1993 das Kabarett begründete. Seither haben 92 Schüler 222 Aufführungen der insgesamt 16 Programme zustande gebracht. Brischke legt Wert auf die Feststellung, dass seine Truppe bundesweit höchstwahrscheinlich das einzige Pennäler-Kabarett ist, das seine Texte zu hundert Prozent selber schreibt. (…) An guten Einfällen für verstanderhellende Szenen leidet es keinen Mangel. (…)Die Schüler bewegen sich sicher auf der Bühne, haben spürbar Erfahrung im Umgang mit dem Publikum, sie singen gut, vom aufmerksamen Lehrer Brischke am Flügel begleitet, alles ist bis ins Detail ausgetüftelt.“ Neben 6 Aufführungen führen wir 5 Workshops durch. Neuerung hierbei sind praktische Teile für die Teilnehmer, in denen sie zu zwei vorgegebenen Themen zur Wahl in kurzer Zeit unter Anleitung vortragbare Textbausteine schreiben und der Gruppe vorstellen. Dies klappt hervorragend und macht die Workshops noch interessanter.

Während der Entstehung des 18.Programms stieß erstmalig eine Referendarin zu uns. Dazu schrieb Mchael im Programmheft: „Und neu haben wir vor allem Karolin de Nocker. Sie ist Referendarin an unserer Schule und wird unsere Arbeit zwei Jahre begleiten und sicherlich auch mitgestalten. Sie möchte diese aus der Lehrerperspektive kennen lernen, um später vielleicht selber Kabarett mit Schülern zu machen. Als Schülerin hat sie 2000-2002 Kabaretterfahrungen bei den „Kettwichten“ in Essen-Kettwig gesammelt, wo auch für mich 1966 der Anfang meines Kabarettlebens war. Nicht nur wegen dieser gemeinsamen Wurzeln, freue ich mich auf sie besonders!

Am 19.9.2009 hatte das 18.Programm „Wir wracken ab!“ Premiere, für die WZ (am 21.9.09) „ein Programm der ersten Klasse, von denen sich manch alter Hase im Showbusiness noch eine Scheibe abschneiden kann. (…) Dass sich Schüler zwischen 15 und 21 Jahren für die Bankenpleite in den USA, den aktuellen Wahlkampf und die Problematik von Hartz-IV interessieren, scheint vielleicht nicht unbedingt üblich, entlockte den Zuschauern jüngst aber dennoch – oder gerade deswegen – einen Lacher nach dem anderen. Die Premiere war gut umgesetztes Kabarett.“ Als zweite machten wir zum ersten Mal eine Aufführung speziell für das Kollegium mit Essen und Trinken, was auch sehr gut angenommen wurde. Es folgten die traditionellen Orte LCB, TIC, Hauptfeuerwache, Börse, Humboldtgymnasium Solingen und Gesamtschule Hattingen, wo wir dieses Mal den Rahmen für ein Kollegiumsfestessen boten – schön und lecker! Neu waren zwei Aufführungen mit dem Kabarett „Notbremse“ des ehemaligen Kabarettungsdienstlers Robin Meis: Die erste in seiner eigenen Schule (Gesamtschule Velbert), die zweite zusammen mit der Kabarett-AG des ehemaligen Putzkolonnisten Rainer Wolf in deren Gesamtschule Barmen. Letztere fand leider ohne Michael statt. Zu den Aufführungen in der Färberei und erstmalig an der Sophie-Scholl-Gesamtschule kam es wegen der plötzlichen Erkrankung von Michael nicht mehr.
Als er aus Krankenhaus und Reha zurück war, überlegten wir, ob und wie die Arbeit fortgesetzt werden könnte: mit deutlich mehr Übernahme von Verantwortung durch die beteiligten Schülerinnen und Schüler. Die so beschlossene Fortsetzung feierten wir mit unserem Publikum auf der Derniere am 30.1.2010, zu der Michael aus Übungszwecken für uns nur zur Aufführung erschien. Die WZ kommentierte unter der Überschrift KABARETTUNGSDIENST macht weiter:
„Die Arbeit des „Kabarettungsdienstes“ geht weiter. Nachdem ab Dezember alle Aufführungen des Kabaretts des Johannes Rau Gymnasiums wegen Erkrankung seines Leiters abgesagt wurden, steht jetzt der Fortbestand fest. Das soll gefeiert werden. Aufführung des Programms „Wir wracken ab!“ ist am Samstag, 30.Januar, 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums.“

Das 19.Programm entstand so auch völlig anders: Die Texte hauptsächlich an 3 anderthalbtägigen Kompaktterminen. Aufgaben wurden breiter und konsequenter verteilt. Bei den Probentagen hatte Michael nach je einer Stunde Probe immer eine Stunde Pause, während der in Partner- oder Kleingruppenarbeit intensive Rollenarbeit erfolgte. Kurz: Fast alle Neuerungen wirkten sich positiv auf das Programm aus, da sie Eigenaktivität und Verantwortung stärkten. Gleichzeitig fielen umso mehr typische „Schülerausfälle“ negativ auf.
Am 25.9.2010 hatte das 19.Programm „Haste mal ne Milliarde?“ Premiere, ein (so die WZ am 29.9.2010)
„gesellschaftlicher Rundumschlag in gewohnt bissiger Form. (…) Schüler nehmen in ihrem Programm kein Blatt vor den Mund. (…) Spaß habe es gemacht, betonen die Schüler auf mehreren Seiten ihres Programmheftes. Das glaubt man ihnen, aber dem Zuschauer bleibt doch oft das Lachen im Halse stecken. Denn der Kabarettungsdienst pflegt auch nach Brischkes Notbremsung eine Tradition, die an die bissigste Ära der Berliner „Stachelschweine“ erinnert. Hardcore statt Weichspülung, Tiefsinn statt Bauchpinselung.  Man muss was vertragen können, um sich etwa an den Schülergedanken zu integrativen Klassen nicht zu stoßen. Allerdings: Gerade Reibung ist ja das ursprüngliche Anliegen von Kabarett. In der Hinsicht kann sich mancher Profi ein Scheibchen vom Siegesstraßen-Niveau abschneiden, verkommt doch Kabarett im Wettbewerb der Einschaltquoten oft genug zur tumben Belustigungsmaschine. Die pure Freude am Machen – hier ist sie noch zu erleben, obendrein in vorbildlicher Selbstverwaltung.“
Die Anzahl der Aufführungen war verständlicherweise reduziert, neben üblichen Orten (Schule, Börse, TIC, Färberei und GE-Hattingen – wieder zu einem Kollegiumsfest) kam die Sophie-Scholl-Gesamtschule in Remscheid dazu: Hier veranstalten wir mit ca. 100 Schülerinnen und Schülern einen Workshop (nach erneut neuem Konzept) und auch die Aufführung war gut besucht und mit toller Stimmung.

Während das 20.Programm geschrieben wurde, organisierten wir am 17. und 18. Juni 2011 das Festival „30 Jahre Kabarett in Wuppertal“. Anlass war, dass Michael 1981 mit der „Kothener Putzkolonne“ das erste Kabarett in Wuppertal gegründet hatte. Schon im Vorfeld berichteten WZ, heinz, colibri, Radio Wuppertal und der WDR darüber: Lehrer Michael Brischke gründete vor 30 Jahren mit seinen Schülern Am Kothen das erste Wuppertaler Schülerkabarett.Schulkabarett in Wuppertal ist maßgeblich mit einem Namen verknüpft. (…) 1966 wurde der damals 14-Jährige Michael Brischke vom Kabarett-Virus infiziert. Ernst König war sein neuer Klassenlehrer in Essen-Kettwig. „Und der war Mitbegründer des ersten deutschen Nachkriegskabaretts in Kiel.“ (…) Insgesamt nahm er mit der Urformation, der Kothener Putzkolonne, in zwölf Jahren etwa 100 Schüler unter seine Fittiche. „Von Anfang an stand das Prinzip fest: die Schüler machen alles selbst.“ Von der Themenfindung über die Plakatgestaltung bis hin zur Organisation der Auftritte – „das geschieht alles in Eigenregie“. (…) Die Kothener erlangten Berühmtheit jenseits der Stadtgrenzen, mit dem Wende-Programm ging es auch nach Dresden, Schwerin und Magdeburg. „Das war so spektakulär, dass das Goethe-Institut uns nach Arhus in Dänemark einlud.“ Mit Michael Brischkes Schulwechsel an das Gymnasium Siegesstraße entstand der „Kabarettungsdienst“, auf ausdrücklichen Wunsch des Schulleiters Werner Schlesingers. Programme wie „Satirische Verse“ und „Willkommen im Freizeitpark Deutschland“ folgten.“ (WZ-Wuppertal, 14.3.2011) Und Colibri 4/2011 „Schülerkabarett in dieser Form, in dem die Schüler alles selbst schreiben und erarbeiten, ist heute einmalig“, sagt einer, der es wissen muss. Michael Brischke saß schon als junger Bursche mit Hildebrandt und Hüsch am Kamin – über seinen Klassenlehrer Ernst König, der die Kettwichte in Essen-Kettwig mitbegründet hatte, kam der 1952 Geborene auf den Kabarett-Geschmack. Als junger Lehrer gründete er 1981 am Wuppertaler Gymnasium Kothen schließlich die erste Schülerkabaretttruppe: Die Kothener Putzkolonne. Ein denkwürdiges Jahr, folgten bis heute nicht weniger als 32 Programme plus Gastspielvarianten und Jubiläumsprogramme. Fast alle Plakate hängen im Original und gerahmt im Haus der Brischkes. Zeitdokumente der besonderen Art. (…) „Kabarett ist verderbliche Ware“, weiß Michael Brischke, der zwölf Jahre am Gymnasium Kothen und seitdem am Johannes-Rau-Gymnasium mit den Schülern arbeitet – dort entstand auch der Kabarettungsdienst. (…) Das immer wieder Faszinierende an seiner Arbeit sei, dass immer neue Jugendliche immer neue Blicke auf die Dinge haben, so der Kabarett-Liebhaber, der Selbstschreiber wie Volker Pispers und Dieter Nuhr zu schätzen weiß. „Jugendliche sind zwar heute anders, aber sie sind nicht automatisch unpolitisch“, resümiert Michael Brischke, der in 30 Jahren Schülerkabarett viele kommen und gehen sah.

Gemeinsam mit der „Notbremse“ (St.Anna-Gymnasium/Gesamtschule Velbert), den „Knallteufeln“ (Gesamtschule Langerfeld) und dem Kabarett der Gesamtschule Barmen hatten wir zwei tolle Tage mit Workshops für die Gruppenmitglieder, Ausstellungen und gemeinsamen Aufführungen, einschließlich historischer Nummern, zwei sogar von Ehemaligen der Putzkolonne aus den 80er-Jahren. Die WZ vom 20.6.2011schrieb über die Aufführungen: Der Kabarettungsdienst vom Johannes-Rau-Gymnasium, die Notbremse von St. Anna und Gesamtschule Velbert, die Knallteufel der Gesamtschule Langerfeld und das Kabarett der Gesamtschule Barmen demonstrierten an zwei gemeinsam gestalteten Abenden mit den schönsten Nummern aus den vergangenen Jahren, wie hoch das Niveau heute ist. (…) „Die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler durch das Kabarett ist erstaunlich“, nannte Michael Brischke, Leiter des Kabarettungsdienstes und Gründer der Putzkolonne, einen wichtigen Aspekt seiner Arbeit. Die Professionalität der Schüler auf der Bühne gab ihm Recht. Die „schmackhafte Pause“ mit vielen Leckereien und die anschließende Disconacht gaben derzeitigen und früheren Schülern reichlich Gelegenheit für Gespräche und eine schöne Jubiläumsparty.“

Am 1.10.2011 hatte das 20.Programm „Einfach mal abschalten!“ Premiere mit einer Gruppe, die stark verjüngt war: 10 Neue aus der Klasse 9 waren im Februar dazugestoßen und waren jetzt gerade in der Oberstufe. Das Programm war so besonders jung und peppig. Und dann gab es noch einen Zuwachs – von dem es im Programmheft hieß: „Mit Blick auf seine Nachfolge in absehbaren Jahren hatte Michael im Kollegium eine „Kontaktanzeige“ ausgehängt: „Suche Partner/Partnerin bei der Betreuung meines Kindes Kabarettungsdienst - Beziehung auf Probe möglich – spätere feste Bindung nicht ausgeschlossen, aber nicht Bedingung“ usw. Moritz Detzer (bis Dezember Referendar für Musik, dann fest bei uns) fühlte sich „angeturnt“ und stieß dazu. Karolin de Nocker war in ihrem Referendariat schon zwei Jahre mit dabei. So verlief die Textphase zuletzt in einer Dreierbeziehung. Die Zusammenarbeit macht mächtig Spaß und bietet eine gute Perspektive.“
Über die Premiere schrieb die WZ am 3.11.2011: „Niemand scheint vor dem Kabarettungsdienst sicher zu sein: Von Heidi Klum bis hin zu Angela Merkel, der FDP und den nordafrikanischen Diktatoren kriegen alle ihr Fett weg. Schon nach einer kurzen Weile wird deutlich, dass nicht einfach Schüler, sondern talentierte Nachwuchs-Kabarettisten am Werk sind: Pointiert sind die Dialoge, gespickt mit einigen Lachern, die allerdings aufgrund der Ernsthaftigkeit der Themen hin und wieder im Halse stecken bleiben. Die Kabarettisten aus der zehnten und 13. Klasse meistern ihre Stücke mit Bravour und sorgen für viel Abwechslung. Der kräftige Beifall und die lautstarken Forderungen nach einer Zugabe bestätigen am Ende die jungen Kabarettisten in ihrer Leistung.“
Neben die bewährten Aufführungen (für das Kollegium und geladene Gäste, LCB, Börse, TIC und Färberei) traten zwei gemeinsame Aufführungen: für die Gymnasien und Gesamtschulen Solingens in der Gesamtschule Wupperstraße und Remscheids im Westdeutschen-Tournee-Theater – für den Kabarettungsdienst eine schöne, neue Auftrittsstätte (wo Michael mit der Putzkolonne schon mehrfach gesielt hatte). Beide Orte bewährten sich – auch durch die netten Organisatoren. In der eigenen Schule spielten wir zum Abschluss die Derniere zum ersten Mal in der Mensa. Besonderheit: Nach schwerem Sportunfall war nach Wochen im Krankenhaus Alex wieder dabei und spielte sogar mit – im Rollstuhl!

Insgesamt bisher:  260 Aufführungen mit 101 Beteiligten in 19 Jahren

zu den Aufführungsterminen

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