KABARETTUNGSDIENST ein Lebenslauf
Der
„KABARETTUNGSDIENST“, das Kabarett des Gymnasiums Siegesstraße, wurde
1993 auf Initiative von Michael Brischke gegründet, nachdem dieser vom
Gymnasium Kothen gekommen war, wo er von 1981 bis 1993 das Kabarett die „KOTHENER
PUTZKOLONNE“ gegründet und geleitet hatte.
Schnell
fanden sich Mitte 1993 auch an der Siegesstrasse interessierte und engagierte
Oberstufenschülerinnen und -schüler, die Kabarett selber machen wollten,
d.h. Programme herausbringen, in denen jede Zeile von den Schülern selber
stammt, möglichst auch jede Musiksequenz, von Requisiten, Programmheften,
Plakaten etc. ganz zu schweigen.
Schon
im April 1994 hatte ein erstes Programm
Premiere unter dem Titel „VON RIESIGEN NEBENWIRKUNGEN“; „der Erfolg der Erstaufführung konnte sich sehen lassen“ schrieb
die Westdeutsche Zeitung unter der Überschrift „Der
Alltag mit Biss und Humor unter der Lupe“. Viermal in der Schule,
zweimal im „Forum“ und im Haus der Jugend Barmen war das Programm zu
sehen.
Im
Juni 1995 bekamen die Kabarettungsdienstler für dieses Programm beim
bundesweiten Georg - Tappert - Preis einen Sonderpreis.
Schon
acht Monate später hatte das zweite
Programm Premiere; „SATIRISCHE VERSE“, zu den bisherigen
Aufführungsorten traten die „Börse“ und ein erstes Gastspiel in Haan
hinzu, wozu die dortige Presse schrieb: „Die
ambitionierten Amateure ließen das kabarettistische Karussell derart
schwungvoll rotieren, dass unter den Besuchern immer wieder Szenenapplaus
aufbrauste:“
Während
der Erarbeitung des dritten Programms entstand, sozusagen „zwischendurch“ zum
8. Mai 1995 ein Programm mit historischen Nummern, die während des
Faschismus’, zum Teil in Konzentrationslagern geheim geschrieben und
aufgeführt wurden.
Sechs
Monate später hieß das dritte
Programm „WILLKOMMEN IM FREIZEITPARK DEUTSCHLAND“, ein Programm, von
dem die WZ in der Überschrift schrieb: “Kabarett,
wie es sein muss.“ Es hatte im November 1995 Uraufführung in
Meinerzhagen, in Wuppertal kamen zu den bisherigen Aufführungsorten „Die
Färberei“ hinzu, bei den Gastspielorten außer Haan auch Essen - Kettwig,
die kabarettistische Heimat des Leiters Michael Brischke (Schülerkabarett „Die
Kettwichte“), schließlich im Rahmen des 1. Wuppertaler Theatersommers
Anfang Juli das Freizeitbad „Bergische Sonne“ in Wuppertal.
Ab
dem Sommer 1996 wurde mit dem vierten
Programm ein erster Höhepunkt der Kabarettarbeit der Gruppe angepeilt:
Die Zusammenstellung eines Gastspielprogramms aus ‘Highlights’ und
aktuellen Nummern für eine Tournee durch die neuen Bundesländer. Ende
Oktober hatte dieses Programm “VOLL AUF TOURen“ in Wuppertal Premiere und
dann ging es im November 96 auf Gastspielreise nach Schwerin, Dresden und
Magdeburg - überall mit großem Erfolg und viel Begeisterung - auch für
die an dortigen Kontaktschulen von der Gruppe durchgeführten Kabarett-Workshops.
Gespielt wurde dieses Programm dann noch an der Uni Wuppertal, in Haan, beim
Kabarettfestival an der Uni Göttingen, im Landesinstitut für Schule und
Weiterbildung in Soest und in Meinerzhagen, wo die dortige Zeitung unter der
Überschrift „Rasant-spritzige Fahrt
mit dem „Kabarettungsdienst“:
“Was das Schülerkabarett bot, war schaurig schön, voller Esprit und
nachdenkenswert gleichermaßen.“
Das
fünfte Programm „SPARPROGRAMM
- SCHONGANG“ hatte schon knapp drei Monate später Premiere, am 19.April 97.
Darüber schrieb die „Westdeutsche Zeitung“: Es
ist schon beeindruckend, mit welchem Grad an Professionalität die
Schülergruppe ihr Kabarett über die Bühne bringt. Die Texte, die die jungen
Leute selbst schreiben, haben es in sich, und auch an schauspielerischem
Talent mangelt es dem „Kabarettungsdienst“
nicht.“ Vier Mal in der Schule, im „Forum“, im Gymnasium Haan, in
der „Börse“, der „Färberei“ und am Carl-Fuhlrott- Gymnasium war das
Programm dann zu sehen, außerdem in Ausschnitten beim Sparkassenjubiläum,
beim Abiball und an der Uni Wuppertal. Höhepunkt und Abschluss bildete ein
Auftritt in der Alarmhalle der
Hauptfeuerwache Wuppertal anlässlich des 2. Wuppertaler Theatersommers.
In diesem Rahmen beteiligte sich die Gruppe auch am 1. Bergischen Kabarett-
und Satirepreis und gewann den Preis in der Kategorie „Schülerkabarett“.
Das
Schreiben des sechsten Programms begann
im Herbst 1997 mit der Neuerung, auch während der Textphase zu besonderen
Anlässen aufzutreten und dazu spezielle Programme zusammenzustellen: So am
1.10.97 auf der landesweiten „2.Wuppertaler Antistresstagung“ der Uni
Wuppertal und der GEW, auf der Abschlussveranstaltung der „Wuppertaler Eine
Welt Wochen“ am 2.11.97 im Schauspielhaus, auf Einladung von „amnesty
international“ und der Begegnungsstätte „Alte Synagoge“ dort am
26.11.97 zur Ausstellung „Feindbilder - Flüchtlinge in Europa“, bei der
50-Jahr-Feier der GEW-NW am 4.3.98 in der Mercatorhalle Duisburg, bei der
Projektvorstellung „Wenn Dichter stören“ (zum Jahrestag der
Bücherverbrennungen) am 22.3.98 erneut in der “Alten Synagoge“ und
schließlich am 15.5.98 ein Gastspiel bei der GEW Gütersloh.
Am
14.6.98 hatte das sechste Programm „FRISCH
GESTRICHEN“ schließlich Uraufführung im Jugendzentrum Meinerzhagen,
worüber die „Meinerzhagener Zeitung“ schrieb: „Ein
Feuerwerk brillanter Ideen: Mutig, witzig und frisch waren die Textbeiträge,
die die Zuschauer zu Lachsalven verführten.“ Und die Meinerzhagener
Zeitung: „Was die Schülerinnen und
Schüler mit einem gerüttelt Maß an Mut und Witz auf die kleine Bühne
brachten, war Bissigkeit und Komik pur.“ Am 22.8.98 wurde dann die
Premiere in der Schule gefeiert, hier schlossen sich noch zwei weitere
Aufführungen an. Wie im Vorjahr war die Hauptfeuerwache wieder Spielort im
„Theatersommer“, außerdem spielten wir noch in der „Färberei“, dem
„Haus der Jugend“ und im neuen „Forum Maximum im Rex“; außerhalb
Wuppertals in Witten (auf Einladung der GEW dort), der Gesamtschule Hattingen
und im Schulzentrum Walder Straße in Haan.
Das
nächste Projekt war eine Gastspielreise
nach Baden-Württemberg im Juni 1999 mit Auftritten in Mössingen,
Reutlingen und Hechingen sowie auf dem Kirchentag
in Stuttgart vom 17. bis 19.Juni 1999. Dort fanden drei eigene Auftritte
statt, eine Kabarett-Session gemeinsam mit 5 anderen Kabaretts sowie die
Mitgestaltung einer Großveranstaltung auf dem Killesberg. Die Presse in
Hechingen z.B. schrieb: „Begeistert
war das Hechinger Publikum von den Darbietungen des „Kabarettungsdienstes“
allemal, davon zeugte nicht zuletzt die energisch geforderte (und gewährte)
Zugabe. (...) – hervorragend, eine echte Alternative zum inzwischen
einschläfernden TV-Scheibenwischer.“
Kurz
nach dieser Gastspielreise, am 21.August 1999, hatte das siebte Programm“ mit dem Titel „50 JAHRE UND KEIN BISSCHEN
LEISER“ Premiere, worüber die „Westdeutsche
Zeitung“ schrieb: „Die
Erstaufführung der Kabarettgruppe vom Gymnasium Siegesstraße war brillant.“
Und die „Wuppertaler Rundschau“:
„Selbstsicher, trotz Premierenanspannung, zeigen die Alkteure ihre
darstellerischen Fähigkeiten und können auch musikalisch überzeugen.“
Zu: Pressespiegel
dieses Programms
Weitere 3 Aufführungen folgten an der Schule, die
Aufführung des Theatersommers in der Hauptfeuerwache wurde zum festen Termin
wie auch bei der „Färberei“. Die Schulen in Haan wollten diesmal eine
gemeinsame Aufführung, die Gesamtschule in Hattingen wieder ihre eigene und
allen war gemeinsam, dass sie besonders gut besucht waren. Auf Einladung von
Rainer Wolf (einem Ehemaligen von Michaels „Kothener Putzkolonne“ und seit
Jahren freier Kabarettist in Wuppertal) spielten wir zum ersten Mal bei der
„Einstweiligen Vergnügung“.
Vom 31.3.-2.4.2000 traten wir mit einem extra
zusammengestellten Programm bei Kabarett – Festival in Babenhausen
(Hessen) auf, zusammen mit 5 weiteren Gruppen. Die „Babenhäuser
Zeitung“ schrieb: „Die zwölf Schülerinnen und Schüler beeindruckten durch
Idenreichtum und handwerkliches Können. Von allen Gruppen des Festivals waren
sie dem klassischen Kabarett am stärksten verpflichtet.“ Ein weiterer
Auftritt in der Textphase des 8. Programms war dann am 6.5. anlässlich der Eröffnung
der 7. Wuppertaler „Eine Welt Wochen“ auf einem Ökobauernhof.
Das achte Programm
„RÜCKGRATLOSE AUFKLÄRUNG“
hatte am 26. August 2000 Premiere. Darüber schrieb die „Westdeutsche
Zeitung“ unter der Überschrift „Temporeich
und witzig“: „14 Nummern zu
Themen der Zeit von bemerkenswerter Aktualität standen auf dem Programm,
ausschließlich von den Schülern geschrieben. (...) Der
„Kabarettungsdienst“ widerlegte nachhaltig das verbreitete Vorurteil,
die Jugend lebe und denke nur vordergründig.“ Und die „Wuppertaler
Rundschau“: „Ein
temporeicher Abend, der so manche Nummer bot, die knochenhart mit dem
Alltagswahnsinn konfrontierte.“
Zu: Pressespiegel
des 8. Programms
Weitere Aufführungen
folgten an der Schule, wie üblich an der Hauptfeuerwache, im „Haus der
Jugend Barmen“, in der „Färberei“ und für die Schulen in Haan
diesmal wieder im Schulzentrum Walder Straße. Neu hinzu kam das Cafe
„ADA“ in Wuppertal und
das Kolpinghaus in Schwelm (auf Einladung des katholischen Jugendamtes).
Hinzu kamen Kurzauftritte auf besondere Einladung bei einer
Veranstaltungseröffnung „Menschenskind was für eine Zukunft“ und
einer gemeinsamen Kulturveranstaltung Wuppertaler Künstler „Gegen Rechtsradikalismus und Gewalt“.
Höhepunkt dieses Programms aber waren sicherlich
die Auftritte auf der EXPO in Hannover vom 7.-10.9.2000
in der Jugendstadt JAM-CITY und im BIG TIPI auf dem Expogelände
selbst (auf Einladung der „Bundesvereinigung kultureller
Jugendbildung“). Wegen des großen Erfolgs folgte eine weitere Einladung
für den 22.10. durch den „Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.
Auch während der Textphase des neunten
Programms gab es einzelne
Auftritte: So am 26.1.2001 auf der Gedenkveranstaltung der Stadt Wuppertal
an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 3.2. gestalteten wir den
Abschlussabend der „Konferenz der Kinder- und Jugendarbeit der Ev.
Kirche Hessen/Nassau“ in Höchst (Odenwald).
Am 19.5.2001 organisierten wir das Festival
„20 Jahre Kabarett in Wuppertal“ unter dem Titel „WIR
STOSSEN AN“. Anlass war die Gründung der „Kothener Putzkolonne
1981 durch Michael Brischke, als erstes Kabarett in Wuppertal. Es
feierten12 Gruppen bzw. Solisten mit und waren auf der Bühne zu sehen: Ehemalige
Kabaretts: KOTHENER PUTZKOLONNE (1981-93), GEGENWIND (1982-1998), DIE
KÜCHENSCHABEN (1985-1986), DIE DRECKSCHLEUDER (1993-1996) und Ehemalige
des KABARETTUNGSDIENSTES sowie: Aktuelle Kabaretts:
KABARETTUNGSDIENST (seit 1993), DIE UNERBITTLICHEN (seit 1986), DIE LEMMA
(seit 1998), DAS AKW (seit 1999), MILDERNDE UMSTÄNDE (seit 1996), FRIEDA
alias Sigrid Celik (seit 1990) sowie ANDRE ENTHÖFER (seit 1997) und
RAINER WOLF (seit 1992).
Zu: Pressespiegel
des Festivals "20 Jahre Kabarett in Wuppertal"
Zu: Bilder
des Festivals "20 Jahre Kabarett in Wuppertal"
Vom 13.-17. Juni 2001 spielten wir auf dem Kirchentag
in Frankfurt mit 3 Aufführungen.
Das
neunte Programm unter dem Titel: LEI
D
KULTUR oder mit 7 neuen Gruppenmitgliedern
hatte am 22.9.2001 Premiere. Dazu schrieb die „Westfälische
Rundschau“: „Der "Kabarettungsdienstes" zeigte mit seinem Programm eine intelligente
und äußerst amüsante Form des Schülerkabaretts, was das Publikum mit
großem Beifall würdigte.“ Und
„Colobri“, Wuppertal: „Inhaltlich
geht dafür um so mehr die Post ab. Jenseits der voll-krass-Comedy und
Blödelparaden stürzt sich der Rettungsdienst auf gesellschaftliche,
politische und wirtschaftliche Themen, mal nachdenklich, dann wieder
einfach nur schreiend komisch.“
Zu:
Pressespiegel
des 9. Programms
Neben zwei weiteren Aufführungen an der Schule folgten Gastspiele an
den gewohnten Orten: Feuerwache, Haus der Jugend/Barmen, Färberei, am
Gymnasium Haan und wieder an der Gesamtschule Hattingen. Neu hinzu kam
die „Alte Feuerwache“ (dort auch im Rahmen der „Einstweiligen
Vergnügung“ mir Rainer Wolf) und eine "Jahresendveranstaltung“
für die GEW Wuppertal. Am Gedenktag der Stadt Wuppertal an die
Befreiung von Auschwitz spielten wir ein historisches Programm mit
Kabarettnummern aus der Zeit des Nationalsozialismus, geheim – z.T. in
KZs - geschrieben und aufgeführt.

Am
21.9.02 hatte das zehnte
Programm Premiere worüber die Westdeutsche Zeitung
schrieb: „Irony is over?“ Am Gymnasium Siegesstraße nicht. Der
Kabarettungsdienst liefert auch in seinem zehnten Jahr munter
Zynisches aus Schülermund ... Und Solidarität war, ebenso wie die
Neu Deutsche Welle“ ein Programmpunkt, genauer die Neue Deutsche
Solidaritätswelle, die den Westspanner in die Flutgebiete lockte und
das Volk Sandsäcke für den Klimaschutz schleppen ließ. Wie
anstrengend Letzteres ist, wurde deutlich, als der Kabarettungsdienst
einen Sandsack durch die Zuschauerreihen reichte.“
Zu:
Pressespiegel
des 10. Programms
Am
28.11.02 berichtete auch die WZ unter dem „Wochenthema – Theater
im Tal“: "(...) Die
Texte der Schüler haben es in sich: Der Kabarettungsdienst, das
Kabarett des Gymnasiums Siegesstraße, ist längst ein Garant für
gute, witzige Unterhaltung. Seit der Gründung 1993 durch Lehrer
Michael Brischke brachte es der Kabarettungsdienst auf mehr als 130
Aufführungen mit rund 70 Beteiligten in neun Jahren. (...) Das
Geheimnis des Erfolgs? Neue Teilnehmer - mitmachen können Schüler ab
der 10. bis zur 13. Klasse - werden von Brischke und den restlichen
jungen Kabarettisten ausführlich in die Kunst der Satire eingeführt.
Geprobt wird jeweils von Januar bis zur ersten
Premiere im September. „Jeder Schüler schreibt seine Texte
selbst", sagt Michael Brischke. Einen vorgegebenen Text einfach
nur auf die Bühne umzusetzen, das gibt es beim Kabarettungsdienst
nicht - schließlich geht es um die „Einheit von Schreiben und
Spielen", erklärt Michael Brischke.
(...)"
Neben
zwei weiteren Aufführungen an der Schule folgten Gastspiele an den
gewohnten Orten: Feuerwache, Haus der Jugend/Barmen, Färberei und der
Gesamtschule Hattingen. Neu hinzu kamen diesmal das Luisencafe, der
„Pavillon“ und das Konrad-Heresbach-Gymnasium in Mettmann. Neben
der „Jahresendveranstaltung“ für die GEW Wuppertal gab es eine
solche auch für die GEW Solingen. Zum Schluss machten wir ein
Schul-Special für alle 9. bis 11. Klassen, denn wir merkten, dass der
Prophet im eigenen Land ...
Am 19.7.2003 feierten wir dann in einem großen Jubiläumsfest im Haus
der Jugend, Barmen „10 Jahre
Kabarettungsdienst“. Es gab ein großes Wiedersehen mit vielen
Ehemaligen und ein abendfüllendes Programm mit je einer Nummer aller
bisherigen 10 Programme in Originalbesetzung, sowie einen Ausblick auf
das 11.Programm. Bis spät in die Nacht feierten die
Kabarettungsdienstler, denn für das leibliche Wohl war auch gut
gesorgt. Die WZ schrieb zu dem Abend:
"Mit
einem Glas Wein saß Michael Brischke in einem gemütlichen Sessel.
Noch einige andere Requisiten ließen die Zuschauer die Atmosphäre
nachempfinden, die immer beim kreativen Prozess für die Entwicklung
der Programme vom „Kabarettungsdienst" herrscht.
Die Kabarettgruppe des Gymnasiums Siegesstraße feierte im Live Club
Barmen ihren nunmehr 10. Geburtstag mit der Aufführung von
Ausschnitten aus all ihren Programmen. Eine Ausstellung der
Requisiten, von Auszügen aus Programmheften, originalen Texten und
Noten, Presseartikeln und Fotos konnten die Gäste nach der ersten
Halbzeit anschauen, und auch für Essen und Trinken war bei diesem
Jubiläumsfest gesorgt.
Der Einstieg ins Bühnengeschehen kam zunächst aus dem Publikum. „Tatü,
tata, der Kabarettungsdienst ist wieder da ...", sangen
Ehemaligen, Jetzige und auch einfach nur Mitschüler die
Erkennungsmelodie. Brischke als Gründer und Leiter des
Kabarettungsdienstes unterhielt in seiner Moderation die Gäste der
Vorstellung mit kleineren Anekdoten, plauderte aus dem Nähkästchen
und nicht nur „Von Risiken und Nebenwirkungen" - so lautete übrigens
der Titel des ersten Programmes der Kabarettungsdienstler.
Bitterböse,
polemisch, überzogen eben nach guter Kabarettmanier wurden das
Asylantenthema, der Hunger in der Welt, Genmanipulation, natürlich
das Thema Schule und vieles andere präsentierte."
Zu:
Bildern
"10 Jahre Kabarettungsdienst"
Am 27.9.2003 hatte das elfte
Programm Premiere unter dem Titel: „Wir
treten zurück“. Hierzu schrieb die „Westdeutsche
Zeitung“: „Wo
Jean Pütz mit Tacker und Geflügelschere an Herzklappen operiert,
das neue Pfandsystem den Weltfrieden herbeigeführt und eine Familie
eine „Wir- Eintopf-AG" gründet, kann der
„Kabarettungsdienst" nicht weit sein. (...). Mit relativ
einfachen Kostümen und Requisiten erzielten die Jugendlichen mit
viel Talent und gutem Zusammenspiel eine große Wirkung.“ Und „colibbri“-Wuppertal: „Deutschland
tritt zurück - oder auch mal ein Schritt vor? Die Beobachtungen der
aktuellen (Welt-) Politik haben den Wuppertaler Kabarettungsdienst
zu einem bissigen neuen Programm inspiriert, das folglich unter
dem Titel „Wir treten zurück
!" an den Start ging. (...) Und es lohnt sich, denn hier
werden nicht nur Missstände angeprangert und Unfähige auf die
Schulter genommen, sondern auch konkrete Lösungsmöglichkeiten
geboten.“ Es folgten Aufführungen an den gewohnten Orten
(Feuerwache, Haus der Jugend Barmen, Luisencafe, Färberei,
Gesamtschule Hattingen, Gymnasium Haan und
Konrad-Heresbach-Gymnasium Mettmann), hinzu kam ein Auftritt für
die GEW-Düsseldorf im Bürgerhaus Reisholz und für das
„Bergfest“ der Referendare des Studienseminars Wuppertal I im
LCB.
Während
der Entstehung des 12. Programms gab es weitere Auftritte: Erste
Gastspiele bei der GEW in Oberhausen (4.6.04) und Moers (18.6.04),
bei der Abiturentlassung unserer Schule (da auch Kabarettisten
betroffen waren), bei der Verabschiedung des Leiters der
Wuppertaler Feuerwehr Herr Blätte und v.a. beim 1. Wuppertaler
Geschichtsfest (75 Jahre Wuppertal) am 10.7.04: Wir spielten im
Engelsgarten ein historisches Programm von 1929 bis heute.
Höhepunkt
war ohne Zweifel die Gastspielreise
nach Baden-Württemberg vom 12.-17.7.04 mit 5 Aufführungen für
7 Schulen (in Tübingen, Mössingen, Reutlingen und Hechingen)
sowie 4 Workshops „Kabarett selber machen – wie geht das?“
(in o.g. Städten und Dusslingen).
Dazu das „Schwäbische Tagblatt Tübingen: „Gute
Unterhaltung mit viel Biss und manchem Tiefgang ... Satire vom
Feinsten ...Das souveräne Auftreten der Akteure und die
ideenreiche Show überzeugten.“ Und der „Schwarzwälder
Bote, Hechingen: „Die Lachmuskeln der Zuschauer wurden heftig
strapaziert.“
Am 20.11.2004 hatte das 12. Programm „Agenda – Zwang ist schön“ Premiere.
Dazu die WZ: „Begeistert gefeiert wurde die Premiere des neuen
Kabarettungsdienst-Programms ... Mit scharfzüngigen Texten nimmt
das talentierte Ensemble gesellschaftspolitische Themen aufs Korn
... die Pointen des Kabarettungsdienstes sitzen. Sie haben Niveau
und treffen mit einem zum Teil brillanten Wortwitz immer den Kern
der Sache. Das junge Ensemble agiert dabei während des gesamten
gut zweistündigen Programms stets souverän, beeindruckend
textsicher und mit großem schauspielerischen Engagement und
Geschick.“ Die 2.Aufführung fand
zum 1. Mal in der Dependance unserer Schule in Ronsdorf statt, vor
vollem Haus. Dazu das „Ronsdorfer Sonntagsblatt: „...eine
Mischung aus Denkanstößen, die einmal Kopfschütteln, dann
wieder laute Lacher auslöst... die Akteure erhielten viel Raum für
das Ausspielen ihrer ganz persönlichen Stärken ... präsentierte
sich der „Kabarettungsdienst" als ein gut eingespieltes,
ausgewogenes Team, das auch über Texthänger und das kurzfristige
Fehlen eines Mitstreiters locker hinweg kam.“ Zu den
bekannten Orten (Färberei, LCB, Feuerwache) trat dieses Mal die
Michaelskirche (Mitarbeiterfest). Die WZ schrieb gar eine zweite
Kritik zum Programm: „Es sind schon alte Hasen, die Macher
des „Kabarettungsdienstes" ... präsentieren die
„Retter" ein Programm, das sich spitzfindig, witzig und
immer genau den Punkt treffend seinen vielen Fans präsentiert.
„Agenda Zwang ist schön" heißt es diesmal - und wer die
Truppe kennt, kann sich lebhaft vorstellen, wie die „Kabaretter"
große Politik, große Reformen und kleine Geister durch den Kakao
ziehen... Mit scharfzüngigen Texten, die von den Schülern
allesamt selbst verfasst wurden ... Das Ensemble überzeugt, zeigt
sich selbstsicher und verfügt über beeindruckendes
schauspielerisches Können.“ Außerhalb
Wuppertals kam zu Haan und Hattingen (WAZ Hattingen: „Mit
ihrem hochpolitischen Programm begeisterten die Schüler am
Dienstagabend in der Gesamtschule Welper.“) zum ersten Mal
das Humboldt-Gymnasium in Solingen dazu – auch hier ein volles
Haus.

Am 17.9.2005, dem
Tag vor der Bundestagswahl, hatte das 13. Programm
„Nur nicht schwarz sehen!“ Premiere., wozu die
WZ schrieb: „Obwohl
manchmal sichtbar vom Lampenfieber geschüttelt, gelingt es den fünf
jungen Frauen und ihren vier männlichen Kollegen mit dem knapp
zweistündigen Programm, für Aufmerksamkeit zu sorgen. Eltern,
Geschwister und Freunde fanden an dem bunten Gemisch aus immerwährenden
Themen wie Genmanipulation und Klischeedenken und einer
phantastischen Erzählgeschichte über Ein-Euro-Jobs an der
Schule, die größtenteils pantomimisch umgesetzt wurde, Gefallen
und erklatschten sich dementsprechend zwei Zugaben.“ Zuerst
die üblichen Aufführungsorte Zweigstelle Ronsdorf, LCB,
Feuerwache, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen und
Gesamtschule Hattingen – hierzu die Presse: „Kabarett
der Spitzenklasse erlebten die tobenden und applaudierenden
Besucher im Veranstaltungsraum des Humboldt-Gymnasiums“ „Scharfzüngigkeiten, die weit über
das Maß eines »normalen« Schülerkabaretts hinausgehen“ „Durchgängig
spitzfindig und kritisch aus, dabei aber auch so, dass kein Auge
trocken blieb“ „Kein Wunder, die Auftritte des Teams
sind mittlerweile Kult und im 13. Jahr nach der Gründung längst
über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.“ (Wochenpost Solingen, 6.12.2005) „Politisch,
hochaktuell, gesellschaftskritisch und nicht zuletzt witzig.“
„Ein Unterhaltungsprogramm, das weit über das Niveau von üblichem
Schülertheater hinausragte“ „Mit ihren selbst geschriebenen
Liedern und Texten blickten die Schüler in die Zukunft von
Schule, Deutschland und des „globalen Dorfes".“ (Westfälische
Rundschau, Hattingen, 10.11.2005)
Dazu
kamen viele neue: Im CINEMAXX Solingen mit der Initiative
„Kleinkunst im Kino“ gestalteten wir einen Abend alleine und
einen mit anderen Gruppen. Im Landgericht Wuppertal gestalteten
wir die Feier „50 Jahre Verein für Bewährungshilfe“. Für
die GEW-Remscheid spielten wir erstmalig im
„Westdeutschen-Tournee-Theater“. Für VERDI Wuppertal spielten
wir auf ihrer Jubiläumsfeier. An neuen Schulen kamen hinzu: Das
Gymnasium Vogelsang Solingen, das Gymnasium Bayreuther Straße
Wuppertal, das Gymnasium Wülfrath (an allen dreien machten wir
vorher Workshops zum Thema „Kabarett selber machen – wie geht
das?“) und das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Hilden. In der Färberei
produzierte die WDR-Lokalzeit einen Fernsehbeitrag über unsere
Arbeit. Wegen dieser großen Nachfrage spielten wir dieses
Programm bis zum 11.2.2006 (Derniere), wozu wir die Lehrerinnen
und Lehrer unserer Schule gesondert (inklusive Essen) einluden. Eine
„Abschiedsvorstellung“ am 25.3.06 für langjährige Beteiligte
(wie Regieassistent Markus Pörner nach 11 Jahren) unter dem Motto
„Kabarett und Schlemmen“ schloss das Programm endgültig ab
– ein schöner erster Versuch, das Publikum gleichzeitig mit
Kabarett und einem guten Buffet zu verwöhnen.

Am
15.9.2006 hatte das 14.Programm Premiere unter dem Titel „Vorsicht: Bundesadler infiziert!“ Hierzu schrieb die WZ unter
der Überschrift „Der „Kabarettungsdienst“ überzeugte mit seinem neuen Programm“:
„Durchaus
gesellschaftskritisch ging es zu, bei der Premiere des neuen
Programms des „Kabarettungsdienst", das am Samstagabend im
Ganztagsgymnasium Johannes Rau - ehemalig Gymnasiums Siegesstraße
- präsentiert wurde. Das 14. Programm war ein besonderes in der
langen Geschichte der Kabarettgruppe: Das Ensemble bestand fast
ausschließlich aus Debütanten, nur zwei der neun Schüler waren
auch an vorangegangenen Stücken beteiligt. Und so konnte der
„Kabarettungsdienst" den rund 100 Premierenbesuchern ein
komplettes Programm bieten, das begeisterte. Minutenlanger Applaus
bei der Lohn für die Arbeit.“ Und merkte in einem
Kasten an:
KABARETT
(mst) Bereits seit 25 Jahren
gibt es Schülerkabarett in Wuppertal.1981 führte Michael
Brischke - auch heute noch für Regie und Musik zuständig - zum
ersten Mal mit Schülern ein Programm auf.
►
Bis 1993 war die Gruppe noch unter dem Namen „Kothener
Putzkolonne" bekannt, seitdem spielte der
„Kabarettungsdienstes" weitere 14 Programme.
Bewährte Spielorte: Schule, Zweigstelle Ronsdorf,
Feuerwache, Haus der Jugend Barmen, Färberei, Humboldt-Gymnasium
Solingen, Sportpark Elberfeld (dort das zweite Mal für
„Verdi“ Wuppertal) und Mensa Gesamtschule Else (dort wieder
Mal für die GEW-Wuppertal). Zur Derniere reichten wir unserm
Publikum wieder ein leckeres Buffet, was dieses Mal zu schon
vorher ausverkauftem Haus führte.
Beim Schreiben des 15.
Programms traten wir am 25.5.2007 im Rahmen der Ratinger
„Zelt-Zeit“ am Grünen See beim einem Treffen
von fünf Schülerkabaretts unter dem Titel „Schulscharfes
Kabarett“ auf das von
Wilfried Schmickler moderiert wurde. Eine gute Gelegenheit für
die 4 Neuen, schon mal Bühnenluft zu schnuppern. Dazu die dortige
WZ am 29.5.07: „Den Auftakt machte der
„Kabarettungsdienst“ aus Wuppertal. Die Truppe sah den
wirtschaftlichen Aufschwung nicht nur auf Deutschland zukommen –
er trat sogar höchst selbst auf und trällerte ein äußerst
spitzes Lied gegen das momentane Credo „Nicht kaufen –
konsumieren, nicht brauchen – verbrauchen!“ Auch sonst gaben
die Wuppertaler sich musikalisch und spielten – ganz im Stile
Brechts – die „Ballade von der Durchlässigkeit“ als Beitrag
zur Bildungsdebatte.“
Einen weiteren Auftritt hatten wir am 16.6.2007bei einer gemeinsamen
Benefizveranstaltung der 3 Wuppertaler „Schulen ohne
Rassismus“ für „Eine Schule für Bissau“. Dazu die WZ
am 18.6.07: „Neben südafrikanischem Gospel, deutschen Schlagern und Hip Hop gab es
weitere deutliche Worte vom Kabarettungsdienst: „Schublade auf
– und rein!“ Der Titel des Kabaretts des Ganztagsgymnasiums
Johannes Rau brachte auf den Punkt, was das Engagement und die
musikalisch−bunte Veranstaltung bringen sollte: Vorurteile
und einseitiges Schubladendenken sind der Ursprung von Rassismus.
Über den Dialog, Offenheit und Neugierde können die Menschen
mehr Verständnis füreinander aufbringen.“
Am
8.9.2007 hatte das 15.Programm
„Prima Klima!“ Premiere, für Michael „sicher eines der
schönsten“ seiner bisher 28 mit Schülern.
Dazu
die WZ am 11.9.07: „Vor weit mehr als hundert Zuschauern präsentierten
die elf Schüler des Johannes-Rau-Gymnasiums ein bissiges und überzeugendes
vorgetragenes Programm zu aktuellen Themen. Seien es die
Killerspieldebatte, berufstätige Mütter oder deutsche
Tornadoeinsätze in Afghanistan – das Schülerkabarett ließ
sich nicht stoppen. Nach einer musikalischen Vorstellung der
folgenden Themen startete der Kabarettungsdienst mit der Premiere
seines 15. Programms „Prima Klima“ in der Aula der
Ganstagsgymnasiums Johannes Rau augenblicklich voll durch. (...)
Nicht nur das Publikum, das lauthals nach einer Zugabe rief, war
am Ende des Abends zufrieden, auch die Schauspieler freuen sich. Michael Kemna: „Es ist zwar ein sehr zeitaufwändiges Hobby, aber
es macht doppelt Spaß, von der Entwicklung bis zum fertigen
Produkt dabei zu sein.“ Der Kabarettungsdienst ist inzwischen
eine feste Institution in Wuppertal. Lehrer Michael Brischke unterrichtet an dem Gymnasium und leitet dort schon
seit 1993 die Kabarett-Truppe. Alle Texte werden unter seiner
Regie von den Schülern selbstständig verfasst und einstudiert.
Bewährte
Spielorte: Schule, Zweigstelle Ronsdorf, Feuerwache, Haus der
Jugend Barmen, Färberei, Humboldt-Gymnasium Solingen. Dazu kamen
neu hinzu: Das Berufskolleg „Werther Brücke“, das
„Rotationstheater Remscheid“ (auf Einladung der GEW-Remscheid)
und zwei Aufführungen im TIC (Theater in Cronenberg), wo wir auf
Grund seiner Insolvenz ohne Gage auftraten.
Am
6.9.2008 hatte das 16.Programm „Kopfnoten unbefriedigend!“ Premiere,
zu der die WZ am 8.9.08 schrieb:
„Der
Kabarettungsdienst nimmt in seinem 16. Programm „Kopfnoten
unbefriedigend!“ die politische Landschaft Deutschlands auf die
Schippe. Das junge Ensemble präsentiert dem Publikum zum 15-jährigen
Bestehen durchdachte Kritik, verpackt in teilweise bissige Texten.
Das Programm setzt sich aus einer Vielzahl kurzer und
knackiger Nummern zusammen, in deren Mittelpunkt die
Bildungspolitik steht. Überhaupt ist bei den meisten
Programmpunkten, wie es sich für gutes Kabarett gehört, ein
wenig politische Bildung förderlich. Überfordert werden die
Zuschauer aber an keiner Stelle. (…) Das gesamte Ensemble
liefert eine hingebungsvolle Darbietung. (…) Die
Schülerinnen und Schüler haben ihre Texte mit Unterstützung des
Kabarettleiters Michael Brischke allesamt selbst verfasst und
geben sich große Mühe, ihr Programm liebevoll zu präsentieren.“
Zum
2.Mal spielten wir im TiC (diesmal im „Atelier) und in der Börse,
nehmen den Traditionsorten (LCB, Färberei, Humboldt-Gymnasium
Solingen und Gesamtschule Hattingen) auch bei der Eröffnung des
„Jugendkulturfestivals“ zusammen mit der „Notbremse“ (St.
Anna) und den „Unerbittlichen“ (CDG).
Höhepunkt
des Programms war der Gewinn des „ersten
Wuppertaler Schulpreises“,
ausgeschrieben von der WZ und der Bayer-AG, dotiert mit 2000€
und verliehen am 3.2.2009. Die WZ schrieb dazu unter der Überschrift
Die politischen Retter aus der Siegesstraße: Kabarett der
Extraklasse vom Johannes-Rau-Gymnasium - 1. Preis weiterführende
Schulen: Professionell und in Wuppertal unübertroffen: Der
Kabarettungsdienst überzeugt eine ganze Stadt. „Eine der herausragenden
Eigenschaften dieser Formation ist, dass nicht bloß Requisite,
Regie und die Gestaltung von Programmheft und Plakat für die
jeweiligen Inszenierungen von den Schülern erledigt werden.
„Jede Zeile des politisch-literarischen Kabaretts ist von uns
selbst verfasst“, erklärt Nüket Yalcin (19). „Arbeitsweise
und Arbeitsatmosphäre sind ganz anders, als man sie von der
Schule kennt“, fügt Mitstreiter Robin Smets (18) hinzu. (…)Für
das Publikum in und um Wuppertal – im bevorstehenden Sommer
absolviert der Kabarettungsdienst eine Tournee nach Baden-Württemberg
– ist die Formation schlicht gute Unterhaltung. Dass mit spitzer
Feder beziehungsweise spitzer Zunge die politischen Dramen und
gesellschaftlichen Ereignisse des Landes satirisch auf den Punkt
gebracht werden, gefällt jedes Mal aufs Neue.“
Während das
18.Programm geschrieben wurde, stellen wir im Frühjahr 2009 als 17.Programm ein „best of“ Programm unter dem Titel „Prima
Klima!“, aktualisiert und mit zum Teil neuen Nummern für
eine Gastspielreise nach
Baden-Württemberg vom 21.-28.6.09 zusammen. In Wuppertal
wurde es nur an der eigenen Schule und im Rahmen der
Schultheaterwoche im Rex-Theater gezeigt. Hierzu schrieb die WZ am
8.6.09 unter der Überschrift „Sehr
bissig und böse – aber auch richtig gut“: Mit einer abwechslungsreichen Auswahl aus den Programmen
der vergangenen sechs Jahre präsentierte die Satiregruppe ein
sehr ansprechendes Kabarett zu Themen, die immer noch oder wieder
aktuell sind.die Zuschauer konnten einfach nur staunen über die
charismatische und sympathische Gruppe, deren Professionalität überzeugte.„Man
kann nie Kabarett machen ohne sich selbst mit einzubeziehen“
sagt Leiter Michael Brischke, der manche Nummern am Klavier
unterstützte. Er gründete 1981 die erste Schülerkabarettgruppe
„Die Kothener Putzkolonne“, seitdem ist es seine Berufung
„die Liebe zu dem Genre bei den Schülern zu wecken“. Mit
Erfolg, wie man sah und hörte.“
Ziele dort waren das Quenstedt-Gymnasium in Mössingen, das
Isolde-Kurz-Gymnasium in Reutlingen, das Hölderlin-Gymnasium in
Lauffen sowie die drei Tübinger Gymnasien. Aufführungen gab es
außerdem in zwei Abendveranstaltungen für die GEW-Stadtverbände
Reutlingen und Tübingen. Die Aufführungen waren ein großer
Erfolg, wenn auch sehr unterschiedlich besucht, von 23 Lehrern bei
der GEW-Tübingen bis zur überfüllten Aula Uhlandstraße in Tübingen.
Das „Schwäbische Tagblatt“ vom 24.6.09 z.B. schrieb: „„Prima
Klima!“ nennt dieser „Kabarettungsdienst“ sein Programm. Die
elf Schüler im Alter zwischen 15 und 21 Jahren sind mit ihrem
Lehrer Michael Brischke angereist, der 1993 das Kabarett begründete.
Seither haben 92 Schüler 222 Aufführungen der insgesamt 16
Programme zustande gebracht. Brischke legt Wert auf die
Feststellung, dass seine Truppe bundesweit höchstwahrscheinlich
das einzige Pennäler-Kabarett ist, das seine Texte zu hundert
Prozent selber schreibt. (…) An guten Einfällen für
verstanderhellende Szenen leidet es keinen Mangel. (…)Die Schüler
bewegen sich sicher auf der Bühne, haben spürbar Erfahrung im
Umgang mit dem Publikum, sie singen gut, vom aufmerksamen Lehrer
Brischke am Flügel begleitet, alles ist bis ins Detail ausgetüftelt.“
Neben 6 Aufführungen
führen wir 5 Workshops durch. Neuerung hierbei sind praktische
Teile für die Teilnehmer, in denen sie zu zwei vorgegebenen
Themen zur Wahl in kurzer Zeit unter Anleitung vortragbare
Textbausteine schreiben und der Gruppe vorstellen. Dies klappt
hervorragend und macht die Workshops noch interessanter.
Während der Entstehung des 18.Programms stieß erstmalig eine Referendarin zu uns. Dazu schrieb Mchael im Programmheft:
„Und neu haben wir vor allem Karolin de Nocker. Sie ist Referendarin an
unserer Schule und wird unsere Arbeit zwei Jahre begleiten und
sicherlich auch mitgestalten. Sie möchte diese aus der
Lehrerperspektive kennen lernen, um später vielleicht selber Kabarett
mit Schülern zu machen. Als Schülerin hat sie 2000-2002
Kabaretterfahrungen bei den „Kettwichten“ in Essen-Kettwig gesammelt,
wo auch für mich 1966 der Anfang meines Kabarettlebens war. Nicht nur
wegen dieser gemeinsamen Wurzeln, freue ich mich auf sie besonders!
Am 19.9.2009 hatte das 18.Programm „Wir wracken ab!“ Premiere, für die WZ (am 21.9.09)
„ein Programm der ersten Klasse, von denen sich manch alter Hase im
Showbusiness noch eine Scheibe abschneiden kann. (…) Dass sich Schüler
zwischen 15 und 21 Jahren für die Bankenpleite in den USA, den
aktuellen Wahlkampf und die Problematik von Hartz-IV interessieren,
scheint vielleicht nicht unbedingt üblich, entlockte den Zuschauern
jüngst aber dennoch – oder gerade deswegen – einen Lacher nach dem
anderen. Die Premiere war gut umgesetztes Kabarett.“ Als
zweite machten wir zum ersten Mal eine Aufführung speziell für das
Kollegium mit Essen und Trinken, was auch sehr gut angenommen wurde. Es
folgten die traditionellen Orte LCB, TIC, Hauptfeuerwache, Börse,
Humboldtgymnasium Solingen und Gesamtschule Hattingen, wo wir dieses
Mal den Rahmen für ein Kollegiumsfestessen boten – schön und lecker!
Neu waren zwei Aufführungen mit dem Kabarett „Notbremse“ des ehemaligen
Kabarettungsdienstlers Robin Meis: Die erste in seiner eigenen Schule
(Gesamtschule Velbert), die zweite zusammen mit der Kabarett-AG des
ehemaligen Putzkolonnisten Rainer Wolf in deren Gesamtschule Barmen.
Letztere fand leider ohne Michael statt. Zu den Aufführungen in der
Färberei und erstmalig an der Sophie-Scholl-Gesamtschule kam es wegen
der plötzlichen Erkrankung von Michael nicht mehr.
Als er aus Krankenhaus und Reha zurück war, überlegten wir, ob und wie die Arbeit fortgesetzt werden könnte:
mit deutlich mehr Übernahme von Verantwortung durch die beteiligten
Schülerinnen und Schüler. Die so beschlossene Fortsetzung feierten wir
mit unserem Publikum auf der Derniere am 30.1.2010, zu der Michael aus
Übungszwecken für uns nur zur Aufführung erschien. Die WZ kommentierte
unter der Überschrift KABARETTUNGSDIENST macht weiter:
„Die Arbeit des „Kabarettungsdienstes“ geht weiter. Nachdem ab Dezember
alle Aufführungen des Kabaretts des Johannes Rau Gymnasiums wegen
Erkrankung seines Leiters abgesagt wurden, steht jetzt der Fortbestand
fest. Das soll gefeiert werden. Aufführung des Programms „Wir wracken
ab!“ ist am Samstag, 30.Januar, 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums.“
Das
19.Programm entstand so auch völlig anders: Die Texte hauptsächlich an
3 anderthalbtägigen Kompaktterminen. Aufgaben wurden breiter und
konsequenter verteilt. Bei den Probentagen hatte Michael nach je einer
Stunde Probe immer eine Stunde Pause, während der in Partner- oder
Kleingruppenarbeit intensive Rollenarbeit erfolgte. Kurz: Fast alle
Neuerungen wirkten sich positiv auf das Programm aus, da sie
Eigenaktivität und Verantwortung stärkten. Gleichzeitig fielen umso
mehr typische „Schülerausfälle“ negativ auf.
Am 25.9.2010 hatte das 19.Programm „Haste mal ne Milliarde?“ Premiere, ein (so die WZ am 29.9.2010)
„gesellschaftlicher Rundumschlag in gewohnt bissiger Form. (…) Schüler
nehmen in ihrem Programm kein Blatt vor den Mund. (…) Spaß habe es
gemacht, betonen die Schüler auf mehreren Seiten ihres Programmheftes.
Das glaubt man ihnen, aber dem Zuschauer bleibt doch oft das Lachen im
Halse stecken. Denn der Kabarettungsdienst pflegt auch nach Brischkes
Notbremsung eine Tradition, die an die bissigste Ära der Berliner
„Stachelschweine“ erinnert. Hardcore statt Weichspülung, Tiefsinn statt
Bauchpinselung. Man muss was vertragen können, um sich etwa an
den Schülergedanken zu integrativen Klassen nicht zu stoßen.
Allerdings: Gerade Reibung ist ja das ursprüngliche Anliegen von
Kabarett. In der Hinsicht kann sich mancher Profi ein Scheibchen vom
Siegesstraßen-Niveau abschneiden, verkommt doch Kabarett im Wettbewerb
der Einschaltquoten oft genug zur tumben Belustigungsmaschine. Die pure
Freude am Machen – hier ist sie noch zu erleben, obendrein in
vorbildlicher Selbstverwaltung.“
Die Anzahl
der Aufführungen war verständlicherweise reduziert, neben üblichen
Orten (Schule, Börse, TIC, Färberei und GE-Hattingen – wieder zu einem
Kollegiumsfest) kam die Sophie-Scholl-Gesamtschule in Remscheid dazu:
Hier veranstalten wir mit ca. 100 Schülerinnen und Schülern einen
Workshop (nach erneut neuem Konzept) und auch die Aufführung war gut
besucht und mit toller Stimmung.
Während das 20.Programm geschrieben wurde, organisierten wir am 17. und
18. Juni 2011 das Festival „30 Jahre Kabarett in Wuppertal“.
Anlass war, dass Michael 1981 mit der „Kothener Putzkolonne“
das erste Kabarett in Wuppertal gegründet hatte. Schon im Vorfeld
berichteten WZ, heinz, colibri, Radio Wuppertal und der WDR darüber:
„Lehrer Michael Brischke gründete
vor 30 Jahren mit seinen Schülern Am Kothen das erste Wuppertaler
Schülerkabarett.Schulkabarett in Wuppertal ist maßgeblich mit
einem Namen verknüpft. (…) 1966 wurde der damals 14-Jährige
Michael Brischke vom Kabarett-Virus infiziert. Ernst König war
sein neuer Klassenlehrer in Essen-Kettwig. „Und der war Mitbegründer
des ersten deutschen Nachkriegskabaretts in Kiel.“ (…)
Insgesamt nahm er mit der Urformation, der Kothener Putzkolonne,
in zwölf Jahren etwa 100 Schüler unter seine Fittiche. „Von
Anfang an stand das Prinzip fest: die Schüler machen alles
selbst.“ Von der Themenfindung über die Plakatgestaltung bis
hin zur Organisation der Auftritte – „das geschieht alles in
Eigenregie“. (…) Die Kothener erlangten Berühmtheit jenseits
der Stadtgrenzen, mit dem Wende-Programm ging es auch nach
Dresden, Schwerin und Magdeburg. „Das war so spektakulär, dass
das Goethe-Institut uns nach Arhus in Dänemark einlud.“ Mit
Michael Brischkes Schulwechsel an das Gymnasium Siegesstraße
entstand der „Kabarettungsdienst“, auf ausdrücklichen Wunsch
des Schulleiters Werner Schlesingers. Programme wie „Satirische
Verse“ und „Willkommen im Freizeitpark Deutschland“
folgten.“ (WZ-Wuppertal, 14.3.2011) Und
Colibri 4/2011 „Schülerkabarett in dieser Form, in dem die
Schüler alles selbst schreiben und erarbeiten, ist heute
einmalig“, sagt einer, der es wissen muss. Michael Brischke saß
schon als junger Bursche mit Hildebrandt und Hüsch am Kamin –
über seinen Klassenlehrer Ernst König, der die Kettwichte in
Essen-Kettwig mitbegründet hatte, kam der 1952 Geborene auf den
Kabarett-Geschmack. Als junger Lehrer gründete er 1981 am
Wuppertaler Gymnasium Kothen schließlich die erste Schülerkabaretttruppe:
Die Kothener Putzkolonne. Ein denkwürdiges Jahr, folgten bis
heute nicht weniger als 32 Programme plus Gastspielvarianten und
Jubiläumsprogramme. Fast alle Plakate hängen im Original und
gerahmt im Haus der Brischkes. Zeitdokumente der besonderen Art.
(…) „Kabarett ist verderbliche Ware“, weiß Michael Brischke,
der zwölf Jahre am Gymnasium Kothen und seitdem am
Johannes-Rau-Gymnasium mit den Schülern arbeitet – dort
entstand auch der Kabarettungsdienst. (…) Das immer wieder
Faszinierende an seiner Arbeit sei, dass immer neue Jugendliche
immer neue Blicke auf die Dinge haben, so der Kabarett-Liebhaber,
der Selbstschreiber wie Volker Pispers und Dieter Nuhr zu schätzen
weiß. „Jugendliche sind zwar heute anders, aber sie sind nicht
automatisch unpolitisch“, resümiert Michael Brischke, der in 30
Jahren Schülerkabarett viele kommen und gehen sah.
Gemeinsam mit der „Notbremse“ (St.Anna-Gymnasium/Gesamtschule
Velbert), den „Knallteufeln“ (Gesamtschule Langerfeld) und dem
Kabarett der Gesamtschule Barmen hatten wir zwei tolle Tage
mit Workshops für die Gruppenmitglieder, Ausstellungen und
gemeinsamen Aufführungen, einschließlich historischer
Nummern, zwei sogar von Ehemaligen der Putzkolonne aus den
80er-Jahren. Die WZ vom 20.6.2011schrieb über die Aufführungen: Der Kabarettungsdienst vom
Johannes-Rau-Gymnasium, die Notbremse von St. Anna und
Gesamtschule Velbert, die Knallteufel der Gesamtschule Langerfeld
und das Kabarett der Gesamtschule Barmen demonstrierten an zwei
gemeinsam gestalteten Abenden mit den schönsten Nummern aus den
vergangenen Jahren, wie hoch das Niveau heute ist. (…) „Die
Persönlichkeitsentwicklung der Schüler durch das Kabarett ist
erstaunlich“, nannte Michael Brischke, Leiter des
Kabarettungsdienstes und Gründer der Putzkolonne, einen wichtigen
Aspekt seiner Arbeit. Die Professionalität der Schüler auf der Bühne
gab ihm Recht. Die „schmackhafte Pause“ mit vielen Leckereien
und die anschließende Disconacht gaben derzeitigen und früheren
Schülern reichlich Gelegenheit für Gespräche und eine schöne
Jubiläumsparty.“
Am
1.10.2011 hatte das 20.Programm „Einfach mal abschalten!“ Premiere mit
einer Gruppe, die stark verjüngt war: 10 Neue aus der Klasse 9 waren im
Februar dazugestoßen und waren jetzt gerade in der Oberstufe. Das
Programm war so besonders jung und peppig. Und dann gab es noch einen
Zuwachs – von dem es im Programmheft hieß:
„Mit Blick auf seine Nachfolge in absehbaren Jahren hatte Michael im
Kollegium eine „Kontaktanzeige“ ausgehängt: „Suche Partner/Partnerin
bei der Betreuung meines Kindes Kabarettungsdienst - Beziehung auf
Probe möglich – spätere feste Bindung nicht ausgeschlossen, aber nicht
Bedingung“ usw. Moritz Detzer
(bis Dezember Referendar für Musik, dann fest bei uns) fühlte sich
„angeturnt“ und stieß dazu. Karolin de Nocker war in ihrem
Referendariat schon zwei Jahre mit dabei. So verlief die Textphase
zuletzt in einer Dreierbeziehung. Die Zusammenarbeit macht mächtig Spaß
und bietet eine gute Perspektive.“
Über die Premiere schrieb die WZ am 3.11.2011:
„Niemand scheint vor dem Kabarettungsdienst sicher zu sein: Von Heidi
Klum bis hin zu Angela Merkel, der FDP und den nordafrikanischen
Diktatoren kriegen alle ihr Fett weg. Schon nach einer kurzen Weile
wird deutlich, dass nicht einfach Schüler, sondern talentierte
Nachwuchs-Kabarettisten am Werk sind: Pointiert sind die Dialoge,
gespickt mit einigen Lachern, die allerdings aufgrund der
Ernsthaftigkeit der Themen hin und wieder im Halse stecken bleiben. Die
Kabarettisten aus der zehnten und 13. Klasse meistern ihre Stücke mit
Bravour und sorgen für viel Abwechslung. Der kräftige Beifall und die
lautstarken Forderungen nach einer Zugabe bestätigen am Ende die jungen
Kabarettisten in ihrer Leistung.“
Neben die bewährten
Aufführungen (für das Kollegium und geladene Gäste, LCB, Börse, TIC und
Färberei) traten zwei gemeinsame Aufführungen: für die Gymnasien und
Gesamtschulen Solingens in der Gesamtschule Wupperstraße und Remscheids
im Westdeutschen-Tournee-Theater – für den Kabarettungsdienst eine
schöne, neue Auftrittsstätte (wo Michael mit der Putzkolonne schon
mehrfach gesielt hatte). Beide Orte bewährten sich – auch durch die
netten Organisatoren. In der eigenen Schule spielten wir zum Abschluss
die Derniere zum ersten Mal in der Mensa. Besonderheit: Nach schwerem
Sportunfall war nach Wochen im Krankenhaus Alex wieder dabei und
spielte sogar mit – im Rollstuhl!
Insgesamt bisher: 260
Aufführungen mit 101 Beteiligten in 19 Jahren
zu
den Aufführungsterminen
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