Das 26.Programm - Michaels letztes und seine Verabschiedung

Die Beteiligten auf dem Plakat (v.l.o.):

Leonard Heinemann, Nermine Chihi, Amina Sahi, Vincent Martens, Laura Stark, (ein Ausgeschie-dener), Lucy Martens, Noel Runkel, Noah Schmidt Sophia Brischke, Selcuk Zemheri und Antonia Massmann

Am 2.10.2017 hatte das 26.Programm „Verschleierungs- und VermDummungsverbot“ Premiere. Dazu schrieb die WZ unter der Überschrift Kabarettungsdienst deckt politische Floskeln auf“:

Mit beeindruckender Bühnenpräsenz und beachtlicher Aussprache treten die elf Schüler zwischen 13 und 18 Jahren auf die Bühne der Schulaula. Die derzeitige Politik, aber auch der Schulalltag bieten ihnen reichlich Stoff. „Mit Verdummung lässt sich gut regieren“, erkennen sie in ihrem Titelsong und karikieren bekannte Politiker. Musikalisch wird Brischke sicherlich fehlen mit seinen an Kurt Weill orientierten Kompositionen und seiner schnell auf Unvorhergesehenes reagierenden Klavierbegleitung. (…) Vorurteile werden haarscharf auf den Punkt gebracht und Floskeln aufgedeckt. (…) Ideenreich und selbstbewusst gestaltet die Kabarettgruppe den gut zweistündigen Abend. Nur selten gibt es kleine Hänger. Die Schüler bieten einen erfrischenden Blick auf viele politische und gesellschaftliche Themen.

Und das Magazin HEINZ unter der Überschrift „Freche Eigenproduktion unter der Leitung des charismatischen Urgesteins Michael Brischke“:

„Die Truppe bietet eine frisch-freche, musikalisch untermalte Eigenproduktion. Dabei nimmt das talentierte Schüler-Ensemble der Jahrgänge 9-12 des Wuppertaler Ganztagsgymnasiums Johannes Rau gesellschaftspolitische Schieflagen aufs Korn. „Die Internationale der Nationalisten & Populisten – bei uns live“, „An deutschen Schulen gibt es KEIN Drogenproblem – ehrlich!“, „Ein besonders hirnloser Anschlag“ und zahlreiche weitere Nummern sind zu sehen.“

Auch bei Michaels letztem Programm waren außer der eigenen Schule die traditionellen Aufführungsorte Ziel: LCB, Färberei, TIC-ATELIER, Börse, dasTalTonTheater, das Rotationstheater Remscheid und zum 3. Mal das Theater am Engelsgarten. In Solingen versuchten wir die Aufführung für die Alexander-Coppel-Gesamtschule statt in deren Mensa in der COBRA durchzuführen, was sich als Erfolg herausstellte. Schon Tradition waren die Schnupperaufführung an der Schule und vor allem die Kollegiumsaufführung mit selbstgemachten Buffet. Eine neue Kollegin der Schule, Luiza Budner, drehte einen Kurzfilm über unsere Arbeit, der seitdem unsere Homepage ziert. 

DSchon im Laufe der Textphase des 26.Programms erklärten Birgit Beutler und Ulrich Jacobs nach dem Ausscheiden von Michael das Leitungsteam zu verstärken. Außerdem zogen wir zu den Probentagen die Ehemaligen Fabi und Nora als Unterstützung hinzu, was denen nicht nur sehr gut gefiel sondern auch so gut klappte, dass daraus nach Michaels Ausscheiden ein kontinuierlichen System werden soll.

 

Szenenphotos und Textausschnitte

"Politiker begegnen der Menschenwürde"

 

 

 

Merkel, Seehofer, Lindner & Schulz beklagen, dass sie der „Flüchtlingswelle“ nicht Herr werden, Petri möchte dabei auch mitmachen, Özdemir &, Wagenknecht greifen alle dafür an

   

Merkel: Ich fass‘ nochmal zusammen: (wie im Fernsehen) Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, WIR KÖNNEN DOCH NICHT ALLE FLÜCHT… (Licht an, die Menschenwürde steht plötzlich neben ihnen in weißem Umhang, der aber dreckig und blutig ist, alle schauen verdutzt in ihre Richtung)

Schulz: Wer sind Sie denn?

Menschenwürde: Die Menschenwürde !

(Merkel perplex, Seehofer macht „Kreuz“(Ja mei), Lindner schlägt sich an den Kopf, Petri: 'Ach du Scheiße', alle anderen gucken verwirrt, Wagenknecht & Özdemir gehen auf Menschenwürde zu)

Wagenknecht: Willkommen!

Özdemir: Jaja…

Menschenwürde: (zweifelnd, frech) Wirklich?

Lindner: Und was wollen Sie ...

Merkel: … hier von uns?

Menschenwürde: (aus der Rolle fallend) Tja ... das weiss ich auch nicht so genau.

Seehofer: Sie sehen aber scheisse aus!

Menschenwürde: Ist ja kein Wunder bei der deutschen Flüchtlingspolitik …     (...)

"Die Internationale der Nationalisten und Populisten Live"

Wilders, Le Pen, Weidel, Höcke, Kaczynski, Orban, Erdogan und Hofer,  treten singend auf die Bühne:

 

   Wir sind die internationalen Nationalisten

   halten fest an Vorgestern, auch den Faschisten

   jeder ist der erste (alle rangeln miteinander und rufen: Ich first!), wir kämpfen bis auf's Messer

   vom Trump lernen, heisst siegen lernen, aber wir sind besser!

Höcke: Trump will einen Mauer um Mexiko? Pah!

Wedel: Wir haben unsere Mauern längst.

Wilders: Am längsten in Marokko und Gibraltar.

Erdogan: Ich auch! Ich hab den dichtesten Zaun - zu Syrien!

Orban: Balkan und Slowenien sind auch dicht!

 

Kaczynski: (singt)

Wir mauern besser, höher, dichter, den Islaterroristenwall.

Flucht, Asyl? Alles fake! Wir halten sauber unsern Stall.

Wir haben schon seit Jahren Zäune, Mauern, Festung und noch mehr.

Am besten ist der Wassergraben,

Alle: bei uns genannt auch Mittelmeer.

 "Wer wird 'Kanzler Voice of Germany'?" (4. Überarbeitung)

 

Bundesshow-präsident Steinmeier präsentiert den Wahlkrieg der gigantischen Spitzenkandidaten, ein Kampf bis auf's Messer – dieser

                                                                                                          endet …:

Steinmeier: Und es kam, wie es kommen musste: Am Wahlabend waren wieder alle..

Alle (singen): We are the Champions, my Wähler, wir bleiben gerne Dein Quäler,

uns zu vertrauen ein Fääähler.

Steinmeier: Doch oh Schreck! Die einzige Möglichkeit für Mutti als „Voice of Germany“: Jamaika ging in die gelbe Hose. Der „Jamaika Abgesang“!

Merkel (singt):

Hatt' ich doch alle schon im Sack: (zeigt auf sie) den Bayer, den Macho, das grüne Pack.

Versaut mir doch den Machterhalt, der gelbe Sack – (geht Lindner an die Gurgel) den mach ich kalt!

Lindner (singt):

Die glaubten doch wirklich, ich mach' da mit, ICH der GRÖSSTE, ICH der GEILSTE, ICH der liberale HIT!

Viererbündnis mach ich nicht mit so Versagern NEE, sondern nur mit mir, dem Lindner und der FDP!

Steinmeier: Schlussfolgerung:

Merkel/Seehofer/Lindner/Weidel&Höcke (singen):

Wenn das Volk nicht wählt, was uns gefällt, gehört es endlich abgewählt!

Lindner: Sag ich doch: Lieber kein Volk als ein schlechtes!

Steinmeier: Wenn alle nicht kriegen, was sie wollen, nennt mab das „Regierungskrise“. Und da alle vor Neuwahlen zittern, droht doch wieder GroKo!

Alle Spitzenkandidaten (singen auf Nationalhymne in Moll):

Volkes Stimme hat gesprochen, jetzt werd'n wieder Versprechen gebrochen.

Warte jetzt vier lange Jahre und rauf Dir dabei ständig die Haare.

Uns ist das doch scheißegal! Ist doch prima so ne Wahl!

 

 

Probe zu

"Verschleierung oder Striptease?

 

 

Zwei Männer in ständiger Interaktion mit dem Publikum, vor allem den Männern:

 

M1: Nach dem großen Erfolg im letzten Programm zum Thema „Kölner Silvesternacht“, hier wieder

ihr „MannTV“. Heute zum Thema „Verschleierung“.

M2: Der muslimische Mann verhüllt seine Frau. Lässt sie niemanden sehen.

M1: Aber das hat doch auch was Gutes. Stell Sie sich mal vor, Sie hätten auch so ne geile Perle

am Start! Verschleiert brauchst du keine Angst zu haben, dass sie von irgendwelchen geilen Männer angemacht wird und da womöglich noch drauf eingeht!

M2: Stimmt, feiern gehe ich daher doch lieber allein …

M1: … und lass die alte wie der Muselmann sicher (Geste abschließen) zu Hause ...

M2: … und such mir was eher „Ausgepacktes“ zum …äh be-... (Geste Betatschen) -wundern.

M1: Aber auch da: Die Verpackung macht's. Kleider machen Weiber

M2: Stimmt: Der elegante Fummel signalisiert: Geld!

M1: Und Outfit halbnackt: Schlampen, leicht zu haben!

M2: So oder so: sie tragen es nur für uns .

M1: Genau! Einpacken zum Auspacken!

M2: Bei uns wie beim Moslem?       (...)

 

 

 

 

 

 

Musikprobe zu unserem "Opening"

 

 

 Alle singen:

 

Verschleierungs- und Verdummungsverbot, das täte unserm Land so richtig gut.

Statt Missstände zu verschleiern lieber alles aufdecken,

statt Bürger zu verdummen vor Kritik nicht erschrecken.

 

Mit Verdummung lässt sich toll regieren, heut' „alternativ“ die Fakten,

Dementis schnell, Versprechen heilig, leider verschwunden die Akten.

Verschleierung hat Methode, hält die Bürger ruhig und dumm,

ob fake-news, Werbung, Wahlkampf - verliert nicht euren Mumm!

 

Wir entschleiern Fluchtursachen, Populisten und G8,

Rüstung, Hunger, unsre Trumps, den Missbrauch von Macht.

Doch am allerschönsten ist es, uns auch selber aufzuspießen,

wie wir toll daneben schießen und es auch nicht besser wissen.

Tatü, tata, tabimm, tabumm, auch der Kabarettungsdienst ist dumm!

Michael Abschied

Die Derniere am 12.2.2018 war dann für Antonia & Sophia, vor allem aber für Michael seine letzte Aufführung nach 25 Jahren Kabarettungsdienst bzw. 37 Jahren Kabarett mit SchülerInnen in Wuppertal. Es war ein tolles Fest mit Sektempfang und Buffet, aber natürlich für Michael auch mit Wehmut.Was die WZ und die Wuppertaler Rundschau dazu berichtete steht hier.

 

Der WDR-Lokalzeit Wuppertal war Michaels Abschied ein Sendebeitrag und Studiogespräch mit Michael wert, Radio Wuppertal ein Interview zusammen mit Sophia und Antonia sowie Lutz Polanz, einem Mitglied der ersten fünf Programme bei der Kothener Putzkolonne.

 

Am 21.4. schließlich verabschiedeten Kothener Putzkolonne und Kabarettungsadienst Michael mit einem großartigen Fest in der Aula: Es waren über ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler gekommen, die je mit Michael Kabarett gemacht hatten. Darunter überdurchschnittlich viele der ersten Putzkolonnenprogramme, die Michael mit uralten Nummern daraus und ihrer Zeit als Nachfolgegruppe „Küchenschaben“ überraschten. Rainer Wolf moderierte toll und einfühlsam, auch durch die übrigen Nummern Ehemaliger und der aktuellen Gruppe Er machte lebendige Interviews, so mit Michaels Schulfreund Jochen (Karos Vater) über ihre Anfänge in Kettwig, mit Ehemaligen über ihre Zeit in den 80ern, 90ern etc., ihre eigenen Kabarettwege, ihre Berufsgänge als Lehrer, Personalrat & Fachleiter "angelehnt" an Michael. Zwischendurch plauderte immer wieder mit Michael über die Stationen und Highlights der letzten Jahrzehnte. Ein großartiger Abend, der durch ein tolles mehrgängiges Buffet und Weine aus Michael Keller abgerundet wurde, mit allen anwesenden Ehemaligen auf der Bühne „umarmt“ von Michael endete, um dann noch in gemütlichen Kreisen bei erstklassigem Jazz von Dietrich Geese, Matthias Jung, André Enthöfer und Olaf Schließper auszuklingen.

 

Die WZ schrieb dazu: „An der Abschiedsfeier am Johannes-Rau-Gymnasium nahmen rund 150 Gäste teil. Viele von ihnen waren ehemalige Mitglieder der „Kothener Putzkolonne“ und des „Kabarettungsdienstes“. Sogar Gründungsmitglieder waren anwesend. Brischkes Nachfolger, Sebastian Paas, Karolin de Nocker, Luiza Budner, und das ehemalige Mitglied Rainer Wolf sorgten für ein mehrstündiges Programm mit Live-Musik, mehren Erinnerungen an die vergangenen Aufführungen sowie eigens für die Verabschiedung geschriebenen Liedern und Nummern“.  (Der ganze Artikel auch hier.)